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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 15:06 Uhr

Funker : Funk-Event an der Nordermole

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Zehn Funkamateure laden Interessierte ein zum „International Lighthouse Lightship Weekend“ am Glückstädter Außenhafen

von
erstellt am 16.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Am Anfang stand ordentlich Fummelarbeit: Peter Hecht, Dr. Alexander Iwanoff, Gustav Tietje und Heinz Pohl bauten gestern den sogenannten Spiderbeam zusammen. Die Funkamateure vom Ortsverband Itzehoe MØ5 kämpften an der Nordermole mit Wind und Regen. Und dann musste die große Antenne auch noch aufgestellt werden. Es gelang – bis die nächste Windbö sie wieder umwarf.

Die Männer nahmen die schwierige Arbeit gelassen. Sie freuen sich auf ein ereignisreiches Wochenende. Denn sie werden mit Menschen aus allen Welt funken. Wenn sie jemanden erreichen, fragen sie auch schon schon mal, wie das Wetter in Neuseeland ist oder die Wassertemperatur an der Küste von Südamerika.

Das weltweite Event heißt „International Lighthouse Lightship Weekend“ – von Sonnabendnacht 2 Uhr bis Montagnacht 2 Uhr werden die zehn Funkamateure abwechselnd an vier Stationen in ihren Wohnmobilien an der Nordermole funken. Das Besondere dieser außergewöhnlichen Veranstaltung: Die Teilnehmer, die weltweit dabei sind, müssen sich in den 48 Stunden in der Nähe eines Leuchtturmes, Leuchtfeuers oder Schiffes aufhalten. Rund 500 Funker aus 50 Ländern haben sich angemeldet. Wer Lust hat, dabei zu sein, kann heute und morgen an der Nordermole am Außenhafen zuschauen und sich informieren.

Die Itzehoer Funker nehmen zum zweiten Mal an der Veranstaltung teil. „Ich habe vor drei Jahren davon erfahren und angeregt, dass wir dabei sind“, sagt Jürgen Schanze. Da der Glückstädter Peter Hecht nicht nur Funker ist, sondern auch aktiver Segler, wurde er gebeten, sich um den maritimen Standort zu kümmern. Das Leuchtfeuer an der Nordermole bot sich an, denn es ist zugelassen für den Funkverkehr. Dass Wasser- und Schifffahrtsamt als Eigentümer gab auch sein Ok, das dort eventuell eine Antenne installiert wird. „Ist aber nicht notwendig“, sagt Jürgen Schanze.

„Wir sehen diese Veranstaltung auch als Werbung für unser Hobby“, erklärt der 58-jährige. Und wirbt für das gute Miteinander im Verein: „Wir machen viel zusammen.“ Unter anderem würde am 27. September eine ganztägige Messe auf dem Hungrigen Wolf stattfinden. Dort ist auch das neue Zuhause der Funkamateure.

Zudem erklärt er den Unterschied zwischen Funkamateuren und Amateurfunkern. Erstere haben eine Prüfung abgelegt. „Wir haben uns damit verpflichtet, im Katastrophenfall zu helfen.“ So haben die Vereinsmitglieder jüngst mit den Feuerwehren vom Störgebiet geprobt. „Jedem Fahrzeug wurde ein Funker zugeteilt.“ Denn die Vereinsmitglieder können mit ihren Geräten auch funken, wenn alle sonstigen Kommunikationskanäle ausfallen.

Jetzt in Glückstadt dreht es sich mehr um den Spaß. Wobei es auch hier Regularieren gibt: Für das „International Lighthouse Lightship Weekend“ gibt es einen besonderen Code für die Teilnehmer. Außerdem wird jeder Funkspruch auf einem Extrablatt notiert. Auf den Meldungen wird vermerkt mit wem gefunkt wurde, aber auch die Uhrzeit, die Frequenz und andere technische Details. Anschließend bekommt der Angefunkte eine Karte mit den Daten zugeschickt. Bis er sie bekommt, kann viel Zeit vergehen. „Ein Freund von mir hat nach 18 Jahren eine aus Japan zugeschickt bekommen“, sagt Schanze. Die Funker schicken die Karten nach der Veranstaltung nach Braunautal, wo es eine Sammelstelle gibt. Von dort werden sie in alle Welt weiter verschickt.

Vor Ort an der Mole sind an diesem Wochenende: Prof. Dr. Ulrich Gerlach, Gustav Tietje, Dr. Alexander Iwanoff, Klaus Krawutschke, Leo Möhlenkamp, Heinz Pohl, Jürgen Schanze und Hans-Peter Haack. Die Itzehoer Funkamateure gibt es seit 67 Jahren. Ihre Treffen sind jeweils am letzten Freitag im Monat um 20 Uhr im Clubheim DKØIZ am Hungriger Wolf, Towerstraße 20.

 

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