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Politik : „Für uns ist jeder Flüchtling ein Mensch“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amt bekommt Lob und Anerkennung für Umgang mit Asylsuchenden in Wilster und der Wilstermarsch. Kinder fungieren oft schon als Dolmetscher.

Lobende Anerkennung von Bernd Voß, dem Landtagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, für die haupt- und ehrenamtliche Arbeit für die Flüchtlinge und Asylbewerber in Wilster und der Wilstermarsch. „Es läuft richtig gut bei uns – im Gegensatz zu so manchen anders lautenden Parolen“, sagte der Landespolitiker bei einem Informationsbesuch im Amt Wilstermarsch. Dort sprach er mit Amtsvorsteher Helmut Sievers, Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck, Sachbearbeiterin Susanne Rathjens und dem Flüchtlingsbeauftragten Knud Jüstel über die Arbeit für die Migranten.

Die Erfahrungen aus seinem Informationsgespräch in Wilster will Bernd Voß einfließen lassen in seine politische Arbeit in der Landeshauptstadt. Aktuell bereitet er sich damit vor auf einen Kongress in Kiel unter dem Titel „Der ländliche Raum ist offen“.

„Für uns ist jeder Flüchtling ein Einzelfall und ein Mensch, dem unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens geholfen werden muss“, beschrieb Susanne Rathjens die Gespräche, die immer auf Augenhöhe mit dem jeweils Betroffenen geführt würden. Bernd Voß ließ sich Möglichkeiten erklären, wo die Regelungen noch verbessert werden könnten, wo es noch Finanzierungsfragen zu regeln gebe und wie Details für die Integration in Schulen, Kitas und Vereine an die ausländischen Neubürger herangetragen werden können.

Voß und Amtsvorsteher Sievers waren sich einig in ihrem Dank an die vielen ehrenamtlichen Helfer. Jürgen Ruge als Mitarbeiter des Abgeordneten hob den engagierten Einsatz als wesentlichen Faktor für die Integration hervor. „Alle wollen eine optimale Lösung.“ Helmut Sievers räumte dem großen Helferkreis eine große Bedeutung für das gesamte Amt ein.

Zum letzten Stichtag Ende September, so listete Knud Jüstel auf, wurden in der Wilstermarsch 163 Flüchtlinge betreut, davon 67 in der Stadt Wilster, 55 in St. Margarethen, 18 in Brokdorf, 2 in Beidenfleth und 21 in Wewelsfleth. 83 von ihnen waren jünger als 40 Jahre, 41 Prozent sogar unter 17 Jahre alt. Weitere 25 Flüchtlinge würden vom Job-Center in Itzehoe betreut.

In dem Gespräch mit den Verantwortlichen vor Ort war es für Bernd Voß „spannend zu hören, wo es gut läuft, wo noch Lücken sind und was noch geklärt werden muss“. Insgesamt aber stellte er fest: „Der ländliche Raum funktioniert.“

Mit Lob und Anerkennung quittierte er die ehrenamtlich geführten Sprachkurse, so zum Beispiel unter der Leitung von Pastor em. Karl-Wilhelm Steenbuck und Karin Hundt in Wilster und von weiteren Freiwilligen in Brokdorf und St. Margarethen angeboten. An offiziell angebotenen Sprach- und Integrationskursen, so räumte Susanne Rathjens ein, könnten die Flüchtlinge erst nach Anerkennung ihres Asylantrags – in der Regel nach 15 Monaten in Deutschland – teilnehmen. Viele nutzten aber die vorzeitigen Kurse an Volkshochschulen sowie im Zusammenhang mit dem sogenannten Starterpaket für Flüchtlinge (Staff-Kurse). „Am wenigsten Probleme haben wir mit den Flüchtlingskindern“, sagte Susanne Rathjens. Sie lernten im Kindergarten problemlos die deutsche Sprache. „Es ist manchmal richtig niedlich, wie sie in Gesprächen zwischen ihren Eltern und den Helferinnen und Helfern als Dolmetscher einspringen“, berichtete die Sachbearbeiterin schmunzelnd.

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