zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 05:00 Uhr

„Für uns ist immer Sonntag“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Margit und Hans-Peter Micheel blicken heute auf 50 gemeinsame Ehejahre zurück

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2016 | 16:03 Uhr

„Das ganze Leben besteht aus Pumpen.“ Dieser Satz aus der Chefetage der Sihi-Pumpenfabrik in Itzehoe trifft in besonderer Weise auf Hans-Peter Micheel aus Wilster zu. Der 75-Jährige, der heute mit seiner zwei Jahre jüngeren Ehefrau Margit, geb. Schmalz, goldene Hochzeit feiert, verbrachte sein gesamtes Berufsleben im Hause Sihi. Seit 15 Jahren ist er Rentner. „Für mich ist jetzt jeder Tag Sonntag“, sagt Hans-Peter Micheel.

Der gebürtige Wilsteraner begann nach seiner Schulzeit seine Lehre in der Itzehoer Pumpenfabrik. Nach fünf Gesellenjahren in seinem Ausbildungsbetrieb legte er 1964 seine Meisterprüfung im Dreherhandwerk an, war zehn Jahre lang in der eigens für das Haus Sihi eingerichteten Ausbildungswerkstatt Lehrmeister für den Berufsnachwuchs. Zugleich bildete er Umschüler für die Tätigkeit in der Pumpenfabrik aus. „Ich habe dabei viel Menschenkenntnis gewonnen“, sagt der Gold-Jubilar. Höhepunkt seiner Karriere war die leitende Tätigkeit in der Qualitätskontrolle der Produkte, die von Lieferanten für die Pumpenherstellung angeliefert wurden – nicht nur für das Stammwerk in Itzehoe, sondern auch für Zweigwerke in Hessen, Rheinland-Pfalz und Tönning. Für Besuche bei den Lieferanten war er viel auf Reisen im In- und Ausland. „Das war eine hochinteressante Aufgabe“, so Hans-Peter Micheel.

Ehefrau Margit, die aus dem pommerschen Arnswalde stammt, kam mit ihren Eltern bei Kriegsende als Dreijährige nach Wilster. Sie erlernte bei Elektro-Gilde den Beruf der Bürokauffrau, widmete sich aber nach der Geburt der beiden Töchter Ina und Claudia aber ausschließlich der Familie. Später sprang sie gern ein, wenn es galt, Engpässe im Schulsekretariat der Haupt- und Realschule zu überwinden.

1976 bezog die vierköpfige Familie das Elternhaus der Jubilarin unmittelbar an der Wilsterau am Krumwehl. Nach dreijährigem Totalumbau wurde es inzwischen „zu unserem Wasserschloss“ gestaltet. Viele Jahre umsorgte Margit Micheel ihre pflegebedürftigen Eltern, die bis zu ihrem Tod das Obergeschoss des Hauses bewohnten.

Dort hat inzwischen Hans-Peter Micheel sein Atelier eingerichtet, denn mit dem Eintritt in den beruflichen Ruhestand entdeckte er seine alte Leidenschaft zum Malen völlig neu. In Öl malt er vornehmlich Landschafts- und Blumen- und maritime Motive, aber auch Haustiere bannt er auf seine Leinwand. Als Kunsthandwerker beteiligt er sich an Ausstellungen, die Hannelore Wesemann organisiert. „Beim Ostermarkt bin ich wieder dabei.“ Wenn er sich zum Arbeiten in sein Atelier zurückzieht und den Blick auf die Wilsterau genießt, „kann ich mit meinen Gedanken völlig abschalten“, so der Jubilar.

Über 20 Jahre gehörte er als aktiver Musiker dem Posaunenchor der Kirchengemeinde an, und gemeinsam mit seiner Frau hält er sich mit Radtouren fit. „Pro Jahr legen wir gut 1500 Kilometer auf dem Fahrrad zurück.“

An der Wilsterau in der Hans-Prox-Straße geboren und jetzt wieder direkt am Fluss wohnhaft, fühlt sich Hans-Peter Micheel besonders dem Wasser verbunden. Auch deshalb ist er im Förderverein Wilsterau und Schleuse aktiv, hat Vorträge über die Entwässerung der Wilstermarsch gehalten. Sein nächstes Referat am Mittwoch, 9. März, um 18.30 Uhr wird er im Kreismuseum Prinzeßhof in Itzehoe über die Stadt Wilster und die Wilstermarsch referieren.

Für Ehefrau Margit ist neben dem Radfahren die Tätigkeit in Haus und Garten wichtig. Sie liest viel und gern. Ihr Hobby ist das Dekorieren von Frischblumen ebenso wie Gestecke und Sträuße aus Kunstblumen. In allen Räumen ihres Hauses ist jeder Winkel mit bunten Blumenkunstwerken gefüllt.

An Lesematerial fehlt es ihr nicht. „Von einer Freundin habe ich 400 Bücher geschenkt bekommen, und die will ich alle lesen.“ Die Hälfte habe sie geschafft, erzählt Margit Micheel. Sie freut sich schon auf die warme Jahreszeit, wenn sie auf der gemütlichen Terrasse unmittelbar am Ufer der Au nach Herzenslust schmökern kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert