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Regionale Wirtschaft : Für Schütt ist die Zukunft aus Holz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Richtfest für neue Fertigungshalle. Traditionsunternehmen aus Landscheide setzt auf wachsenden Markt für nachwachsende Baustoffe.

Wenn es um den natürlichen Baustoff geht, ist das im Landscheider Ortsteil Flethsee angesiedelte Unternehmen ganz selbstbewusst: „Schütt ist ein anderes Wort für Holz“, kann man auf der Firmen-Homepage lesen. Entsprechend konsequent wird jetzt erneut in die Zukunft investiert. Nachdem die Gemeinde die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen hatte, feierte die Gebrüder Schütt KG Richtfest für eine neue Fertigungshalle. Auf einer Fläche von knapp 3000 Quadratmetern und einer neuen Fertigungsstraße setzt das auf Holzbauten spezialisierte Unternehmen alle Hoffnungen und Erwartungen auf einen wachsenden Markt.

Für Geschäftsführer Tillmann Schütt ist Holz ganz klar der Baustoff der Zukunft. „Global gesehen ist Beton-Kies schon jetzt Mangelware“, hat er beobachtet. Künftig werde dieser Baustoff deshalb wohl vor allem nur noch dort zum Einsatz kommen, wo es technisch notwendig ist. Die erforderliche Alternative ist Holz – nachwachsend und schonend für Ressourcen. Weil Baumaßnahmen gleichzeitig immer schneller über die Bühne gehen müssten, setzt Schütt auf Vorproduktion. Große Teile werden noch auf dem Firmengelände so weit wie möglich vormontiert, um dann innerhalb weniger Tage auf der Baustelle zusammengesetzt werden zu können. „Bei der Vormontage ist ja auch schon immer mehr Technik gleich mit drin“, erläutert Schütt.

Traditionell zählt die Landwirtschaft zu den wichtigen Kunden des vor mehr als 125 Jahren in St. Margarethen gegründeten Familienunternehmens. „Das wird auch so bleiben“, sagt Tillmann Schütt. Gleichzeitig wolle man sich aber auch noch breiter aufstellen. Spannende Märkte der Zukunft sind aus seiner Sicht Ballungsräume. Hier gebe es einen erheblichen Bedarf, aber immer weniger Flächen um diesen zu realisieren. Schütt spricht von einem anhaltenden Trend zur Urbanisierung. „Nachverdichtung wird künftig eine große Rolle spielen.“ So könne man bei Gebäuden mit drei oder vier Geschossen ohne großen Aufwand eine zusätzliche Etage draufpacken – vormontiert in der neuen 48 mal 60 Meter großen Fertigungshalle.

Ebenso spannend ist für das Unternehmen die Entwicklung bei der Baugesetzgebung. In der Vergangenheit hatten Brandschutz-Vorschriften allen Holzbauten enge Grenzen gesetzt. Hier gebe es zunehmend Erleichterungen in Richtung Holzbauweise. „In London gibt es schon ganze Stadtteile mit bis zu zehngeschossigen Gebäuden aus Holz.“ Inzwischen würden auch in Deutschland viele Voraussetzungen für den Einsatz der nachwachsenden Baustoffe erfüllt. „Brandschutz wird heute zunehmend als Schutzziel definiert und nicht mehr über den eingesetzten Werkstoff“, freut Schütt sich über einen Sinneswandel beim Gesetzgeber.

Natürlich wird auch die neue Fertigungshalle ein Beleg für die Möglichkeiten mit Holz sein, das übrigens vorzugsweise aus Süddeutschland oder Österreich in den Norden geholt wird. Lediglich bei Konstruktionsholz kann Schütt auf regionale Anbieter zurückgreifen. Die tragende Konstruktion der neuen Halle besteht komplett aus Fichte. Besonderheit: Sogar die in elf Meter Höhe thronenden Kranbahnen sind aus Holz, allerdings aus der härteren Buche.

Und noch ein Alleinstellungsmerkmal hat der Betrieb: „Im Norden gibt es keinen vergleichbaren Hersteller in Sachen Holz. Diese Lücke wollen wir füllen.“

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erstellt am 23.Dez.2016 | 12:45 Uhr

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