Für Gymnastikgruppe: Keine Privatnutzung von Kirchenräumen

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31. Juli 2015, 12:59 Uhr

Sport ist in der Gemeinschaft am schönsten. Allerdings müssen auch dabei gewisse Regeln und Bestimmungen eingehalten werden. Diese Erfahrung musste jetzt eine aus 17 Senioren bestehende Gymnastikgruppe machen, die sich regelmäßig montags unter Anleitung der Brokdorferin Ursula Hallmann in den Räumen des evangelischen Gemeindehauses traf. Gestern ging eine 16 Jahre währende Ära zu Ende.

Die Räume hatte der DRK-Ortsverein gemietet. Unter dem Dach des Roten Kreuzes hatte sich die Gymnastikgruppe dort seit 16 Jahren getroffen und auch die fällige Miete aus eigener Tasche bezahlt. Durch die DRK-Oberhoheit waren die sportlichen Treffen versicherungsrechtlich abgedeckt.

Voraussetzung allerdings: Es müssen die erforderlichen Befähigungsnachweise für Übungsleiter vorliegen – zumindest die vorgeschriebenen Auffrischungen der Kenntnisse. Dies, so sagt DRK-Ortsvorsitzende Karin Lindemann, sei zuletzt nicht mehr der Fall gewesen. Auch habe die Gymnastikgruppe mehrheitlich beschlossen, sich vom DRK zu lösen. Unter diesen Voraussetzungen sei der Ortsverein gezwungen gewesen, den Mietvertrag mit der Kirche zum 31. Juli zu kündigen. „Wir können als Ortsverein ja nicht für etwas gerade stehen, was wir gar nicht nutzen“, so Lindemann. Sie betont, dass die Gruppe darüber auch sehr rechtzeitig informiert worden sei. „Letztlich kann man weder uns noch der Kirche da einen Vorwurf machen.“

Ursula Hallmann selbst räumt in einem Schreiben an unsere Zeitung ein, dass sich die Gruppe für ihre Gymnastik „nur noch privat treffen wolle“. Sie fühlt sich und ihre Seniorinnen jetzt dennoch „von der Kirche unfair behandelt“.

Das wiederum kann Pastorin Telse Möller-Göttsche nicht recht nachvollziehen. Es gebe, so betont sie, eine klare Beschlusslage im Kirchenvorstand, dass Räumlichkeiten nicht für private Zwecke zur Verfügung gestellt werden können. Nachdem die Gruppe sich vom DRK gelöst hatte, waren „wir aus der Nummer raus“. Einen Vorwurf, dass Räume ja auch für Deutschkurse für Flüchtlinge genutzt würden, weist Möller-Göttsche zurück. Hier handele es sich ganz klar um ein kirchliches Angebot.

Karin Lindemann betont, dass das DRK der Gruppe eigene Räumlichkeiten angeboten habe – vorausgesetzt, es würden alle Vorgaben erfüllt. Parallel plane das DRK den Aufbau einer neuen Gymnastikgruppe.

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