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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 15:20 Uhr

Für Ganztagsschulen fehlt das Geld

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 17:23 Uhr

Eine Pisa-Studie belegt, dass deutsche Schüler enorme Schwächen in Grundlagenfähigkeiten haben. Sogar Unternehmen beklagen sich, dass viele Schüler beim Prozentrechnen, Kopfrechnen usw. versagen. Vielleicht kann dieses Problem durch die Einführung von Ganztagsschulen beseitigt werden, denn die Schüler in Finnland, wo es Ganztagsschulen gibt, schneiden bei dieser Studie besser ab.

Normalerweise stehen nach dem Unterricht häufig die neuen Medien und Freizeitaktivitäten im Mittelpunkt, in dieser Zeit könnten die Schüler doch auch in der Schule lernen? Einige finden nachmittags häufig niemanden zuhause vor, der für sie das Essen kocht. Das liegt daran, dass auch Frauen immer häufiger arbeiten und besonders in einem Single-Haushalt das Geld verdienen müssen. Eine nachmittägliche Betreuung ist somit sinnvoll.

Man will den Schulen zur Aufgabe machen, den Unterricht bis in den späten Nachmittag durchzuführen, damit diese Situation vorerst nicht mehr zustande kommt. Zusammengefasst will man also die Erziehungsaufgaben vom Elternhaus auf die Schulen übertragen.

In Deutschland ist jedes Bundesland für sein eigenes Schulsystem verantwortlich, deshalb fehlt uns in Schleswig-Holstein sehr viel Geld für beispielsweise neue Lehrerstellen, Gebäudeausbauten oder etwa Modernisierungen. Es fällt wirklich viel Unterricht aus und es können nicht alle Fächer, wie Physik mit Lehrern gedeckt werden. Das neue Schulsystem verursacht viel mehr Kosten als ursprünglich geplant. Momentan ist Schleswig-Holstein eine große Baustelle. Die Gemeinschaftsschule Wilster hat ein Konzept zur OGS (Offene Ganztagsschule), was aber überwiegend aus freien Angeboten besteht. Eine Teilnahme sollte jedem Schüler selbst überlassen bleiben. Soweit die bisherigen Probleme am Schulsystem noch existieren und es an Geld mangelt, sollte man keine Ganztagsschulen einführen und sich an den Pädagogen Pestalozzi (1746 bis 1827) erinnern, der gesagt hat „Mit Kindern experimentiert man nicht!“

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