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Hochwasserschutz : Für die nächsten 40 Jahre geschützt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Deichverstärkung vor Brunsbüttel ist fertig: Auf drei Kilometern Länge wurde der Schutzwall erhöht. 23 Millionen kostet die Küstenschutzmaßnahme.

Wohnungen, Geschäfte, Gastronomiebetriebe – so hätte es am Alten Hafen in Brunsbüttel aussehen können. Wenn die Stadt das nötige Geld gehabt hätte, die Mehrkosten für ein Sperrwerk zu tragen. Doch so mussten die ehrgeizigen Pläne von einer Marina zu den Akten gelegt werden. Übrig geblieben ist „nur“ die Deicherhöhung. Gestern Nachmittag weihte Küstenschutzminister Robert Habeck die 23 Millionen Euro teure Maßnahme ein, an der seit dem 1. April 2010 gearbeitet worden war. Mit 4,5 Millionen hat sich das Land an der Deichverstärkung auf drei Kilometern Länge beteiligt.

Hintergrund: Der sich abzeichnende Klimawandel macht höhere Deiche mit neuem Profil erforderlich. Der Schutzwall in diesem Bereich in Brunsbüttel entsprach mit 6,50 Metern und einer zu steilen Böschung nicht mehr den aktuellen Erfordernissen. Erhöht wurde der Deich auf 7,60 bis acht Meter. In einem Abschnitt zwischen dem Freibad Ulitzhörn und der Schillerstraße, entlang der Kleingärten, wurde eine Hochwasserschutzwand errichtet. Nebenher entstanden diverse für die Deichbewirtschaftung nötige Wege, die Brunsbüttel nun ein drei Kilometer langes Netz an Spazierwegen entlang der Elbe bieten.

Es wurden mehr als 215 000 Kubikmeter Sand und Klei und rund 30 000 Quadratmeter Deckwerk eingebaut. Das Deichsiel Bellmer Fleth wurde zudem durch ein neues Siel ersetzt. Ein Aufwand, der nicht nur für Brunsbüttel unverzichtbar gewesen sei, wie Minister Habeck gestern anmerkte: „Mit der Verstärkung des Landesschutzdeiches können wir den Schutz für etwa 25 000 Einwohner herstellen und eine Fläche von 13 600 Hektar sowie Sachwerte in Höhe von 2,8 Milliarden Euro sichern.“

„Wir sagen Danke für diese Maßnahme“, betonte Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Dabei schloss er nicht nur Land und Bund als Geldgeber, sondern auch die mit dem Bau befassten Mitarbeiter der Papenburger Firma Johann Bunte mit ein. Gerade die hätten mit einigen Herausforderungen zu tun gehabt: Freibadbetrieb in den Sommermonaten, Bau des Schöpfwerks, Ausbau der Straße Unter dem Deiche. „Das verdient Anerkennung.“

Auch Minister Habeck bedankte sich „im Namen der Gesellschaft“ für die fristgerechte Fertigstellung der Deichverstärkung. Er ist überzeugt: „Brunsbüttel ist für die nächsten 40 Jahre geschützt.“ Allerdings gelte dies mit einer Einschränkung: Es sei eine Prognose über „Klimabedingungen, die wir nicht selbst in der Hand haben“.

Wie schon zuvor Stefan Mohrdieck erinnerte auch Habeck daran, dass Küstenschutz ein Dauerthema sei, das nie vernachlässigt werden dürfe. Die modernen Deichprofile berücksichtigten spätere Anpassungen bereits: Die Schutzwälle könnten vergleichsweise einfach erhöht werden. Außer in Brunsbüttel investiert das Land derzeit auch in Deichbauten in Büsum, auf Nordstrand und Sylt. „Küstenschutz ist Schwerpunkt der Landespolitik“, sagte Habeck und betonte, dass dieser Grundsatz für jede Regierung in Kiel gelte.

„Der Schutz vor Fluten fällt nicht vom Himmel“, stellte Landrat Jörn Klimant fest. Vielmehr sei dies ein kontinuierlicher Prozess. Und der sei gerade in Dithmarschen durch die jährlichen Deichschauen perfektioniert. So werde früh Handlungsbedarf erkannt.

Den Deichbauern in Brunsbüttel attestierte der Landrat gute Arbeit: „Das sind Menschen, die nicht einfach einen Job gemacht haben, sondern dies aus Überzeugung getan haben.“ Oder, wie der Vorsteher des Deich- und Hauptsielverbands, Peter-Matthias von Hemm, zufrieden erklärte: „Das ist eine runde Sache geworden.“

Gefeiert wurde die Fertigstellung des Deichs gestern Nachmittag in der Boy-Lornsen-Schule.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 11:50 Uhr

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