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Projekt : Fünf Schüler wagen Ausflug in die Welt des Geldes

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Planspiel der Banken: Zwölf Wochen lang brütet Quintett als „Itzeventure“ über Bilanzen, Aktiengeschäften und Kreditzinsen.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2016 | 05:00 Uhr

Sie sind zwischen 15 und 16 Jahre alt und jonglieren mit Millionenbeträgen. In der guten Stube von Familie Liebert brüten Nils Witt (Landscheide), Yannick Borowitz (Agethorst), Anna Schwarz (Dägeling) sowie Chiara Denzau und Thore Liebert (beide Wilster) über Zahlenkolonnen. Die fünf Schüler aus dem 10. Jahrgang der Itzehoer Kaiser-Karl-Schule (KKS) spielen Banker. Schulbanker genauer gesagt. Der virtuelle Ausflug in die Welt des Geldes ist ein Planspiel des Bundesverbands privater Banken. Und wie echte Bankvorstände darf das Quintett Kredite vergeben und Sparkonten verwalten. In zwölf Wochen werden sechs Geschäftsjahre im Zeitraffer durchgespielt. Und wie im echten Leben kämpfen die Schüler um möglichst satte Bilanzgewinne und Marktanteile.

„Als Geschäftsleitung wurden wir ins kalte Wasser geworfen“, machen die Fünf die Ausgangslage deutlich. Dazu passend gaben sie ihrer Bank auch den Namen: „Itzeventure“ – ein Wagnis eben. „Einen ganz großen Teil des Wissens haben wir uns selbst erarbeitet“, sagt Yannick. Einschließlich einer selbst entwickelten Exceltabelle, mit deren Hilfe sie die 20 Mitbewerber in ihrer Gruppe austricksen wollen.

Das erste Geschäftsjahr war ganz passabel: guter Bilanzgewinn, allerdings Einlagen im Keller. Im zweiten Jahr fuhren sie zwar einen Verlust von 100  000 Euro ein, lagen aber 400  000 Euro über den durchschnittlichen Ergebnissen der Konkurrenten. Heute wirft der Zentralrechner die Ergebnisse des dritten Geschäftsjahres aus. Dann wird sich zeigen, ob die Schüler die Konjunkturdaten richtig bewertet haben.

„Stolz, Glück, Enthusiasmus“, beschreibt Nils seine Gefühle beim Umgang mit den Zahlen. Gut finden die Schüler, dass das Planspiel sie als Team zusammenschweißt. Lobend erwähnt wird auch Lehrer René Wallich für gute Unterstützung und die Itzehoer Volksbank für ein kurzes Briefing.

„In zwei oder drei Jahren machen wir Abi. Dann gehen wir in die reale Welt“, sieht Yannick in dem Projekt eine gute Vorbereitung aufs Leben. „Und die Teilnahme am Finale macht sich super im Lebenslauf“, denkt auch Nils schon weiter. Um dahin zu kommen, müssen aber die Zahlen stimmen. Letztes Jahr gewann eine Schülergruppe aus der Schweiz. Bundesweit landete ein KKS-Team immerhin auf dem 11. Platz. Das Quintett ist wild entschlossen, das zu toppen – auch im Kampf gegen ein zweites KKS-Team. Am meisten Angst haben sie ohnehin vor der Europäischen Zentralbank, wenn sie dort einen Notkredit aufnehmen müssen – zu 15 Prozent Zinsen. Da sucht man neben dem schwunghaften Aktienhandel auf DAX-Grundlage lieber noch andere Einnahmequellen. Ein Vortrag über das Planspiel wird als erfolgreiches Marketing gewertet und spült 300  000 Euro in den Banktresor. Ein Bericht in der Zeitung bringt sogar 750  000 Euro. „Da lernen wir auch noch, wie ein Interview abläuft“, freut sich Chiara über eine weitere Erkenntnis fürs Leben.

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