Fünf Häfen unter gemeinsamer Flagge

Gemeinsamer Auftritt unter dem Namen Port of Hamburg (von links): Hanno Hotsch, Hans-Peter Zint, Claudia Roller, Wolfgang Hurtienne, Frank Schnabel sowie Landrat Dr. Jörn Klimant und Ministerialdirigent Günther Meienberg. Foto: Schwarck
Gemeinsamer Auftritt unter dem Namen Port of Hamburg (von links): Hanno Hotsch, Hans-Peter Zint, Claudia Roller, Wolfgang Hurtienne, Frank Schnabel sowie Landrat Dr. Jörn Klimant und Ministerialdirigent Günther Meienberg. Foto: Schwarck

Im Zeichen der Hansestadt hat die Unterelbe weltweit große Chancen

Avatar_shz von
16. Juni 2012, 08:15 Uhr

Brunsbüttel/Glückstadt | Der Schulterschluss der Häfen an der Unterelbe von Hamburg über Stade, Glückstadt und Brunsbüttel bis nach Cuxhaven ist auch in den Augen der neuen Landesregierung notwendig, um konkurrenzfähig zu sein. Häfen seien schließlich die wichtigsten logistischen Drehscheiben für den Export aus allen Bundesländern. Dabei sei der Hamburger Hafen ein Motor des Wachstums. Das bekräftigte Ministerialdirigent Günther Meienberg auf einer Informationsveranstaltung der Hafenkooperation Unterelbe im Elbeforum der Schleusenstadt. Seit drei Jahren arbeiten die Verwaltungen der genannten fünf Häfen unter einem Dach zusammen. Er räumte dem Hafen Brunsbüttel gute Chancen als Standort für die Verschiffung von Großkomponenten für die Offshore-Windenergie ein. Dafür würden zukünftig noch mehr Transport-, Lager- und Verschiffungskapazitäten erforderlich werden. Dazu gehöre aber auch eine Verbesserung der Hinterlandanbindung für den Hafen und eine vernünftige Verkehrsinfrastruktur. Die Beschränkung des A20-Baus bis zur A7 bis zum Jahr 2017 im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und SSW entspreche der Realität. "Auch unter anderen Bedingungen wären wir bis dahin nicht weiter gekommen", sagte der Ministerialdirigent.

Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant bezeichnete die Hafenkooperation Unterelbe auch für den Kreis Dithmarschen als Lebensprinzip. Sie sei ein gutes Beispiel, wie man Kräfte in einer Teilregion bündeln könne. Auch Klimant drängte auf einen zügigen Weiterbau der A20 mit der geplanten Elbquerung.

Unter der Gesprächsleitung des NDR-Studioleiters in Heide, Hanno Hotsch, gaben die Chefs der Unterelbe-Häfen ihre Statements ab. Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports, sieht die Hafenkooperation auf einem guten Weg. Die Zusammenarbeit funktioniere, denn "die Chemie untereinander passt". Erst kürzlich sei man gemeinsam auf einer Messe in Shanghai aufgetreten - und das unter dem Namen "Port of Hamburg". Weil der Namen der Hansestadt weltweit bekannt sei, sei mit unter diesem Begriff in Erscheinung getreten. "Wir segeln unter dem Dachnamen Hamburg sehr gut", bestätigte Schnabel.

Claudia Roller, Vorsitzende der Hafen Hamburg Marketing, lobte den Einsatz der Kooperation für den Bau der 5. Schleusenkammer. Jetzt müsse mehr getan werden, um den Bund für den Ausbau des Kanals in die Pflicht zu nehmen. Außerdem müsse es mit der Fahrrinnenvertiefung in der Unterelbe endlich voran gehen. Viel versprechen sich die Unterelbe-Häfen von dem 2009 gemeinsam erstellten Hafenkonzept Unterelbe für abgestimmtes Flächenmanagement.

Wolfgang Hurtienne, Geschäftsführer der Hamburg Port authority, sieht in der gemeinsamen Flächendatei des maritimen Umfelds eine gute Grundlage für alle Partner, an einer Ansiedlung interessierten Firmen optimale Flächen anbieten zu können. Hans-Peter Zint, Geschäftsführer der Rhenus Cuxport in Cuxhaven, räumte aber auch ein, dass jeder erst mal für sich die Chancen auswerte und erst im zweiten Schritt die Partner einbinde.

"Wir haben hier in Brunsbüttel 450 Hektar freie Industriefläche anzubieten", sprach Frank Schnabel von einem Pfund, mit dem man wuchern könne.

Konkret sind die Pläne für den Bau einer Schiffstankstelle in Brunsbüttel. Damit soll die Möglichkeit gegeben werden, das Flüssigerdgas LNG (liquified natural gas) in Bunkerstationen vorzuhalten, um die Schiffe vom umweltbelastenden Schweröl wegzubringen. Die zur Schramm-Gruppe gehörende Brunsbüttel Ports habe, so Frank Schnabel, in dem norwegischen Unternehmen Gasnor einen Partner für die Bunkerstation gefunden. "Wir glauben dass wir damit logistisch richtig liegen", schloss Schnabel.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen