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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 02:10 Uhr

PRÜFUNG : Führerschein für Hund und Halter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Test in Theorie und Praxis: Alltagstauglichkeit von Vierbeinern auf dem Prüfstand.

Sozial verträgliche Hunde und Halter, die ihre Vierbeiner im Griff haben und wissen was sie tun – mehr davon wünschen sich sicher nicht nur Menschen, die Angst vor Hunden haben. In Itzehoe haben jetzt acht Hundehalter den Hundeführerschein des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) erworben und damit unter Beweis gestellt, dass sie mit ihren Tieren im Alltag gut zurecht kommen.

Unter den kritischen Blicken von Prüfer Kai Heißner musste jedes Mensch-Hund-Team nicht nur klassische Gehorsamsübungen wie Ablegen oder Freifolge auf dem Hundeplatz zeigen, sondern unter anderem auch gelassen durch den belebten Eingangsbereich eines großen Baumarktes spazieren. Die Vierbeiner durften sich weder von hupenden Autos noch von rumpelnden Einkaufwagen oder fremden Hunden aus der Ruhe bringen lassen.

„Der Schwerpunkt beim Hundeführerschein liegt ganz klar auf der Alltagstauglichkeit“, erklärt Heißner. Mit der Prüfung soll abgeklärt werden, ob von dem Hund eine Gefährdung für andere Menschen oder Tiere und auch sich selbst ausgeht. Davon konnte der VDH-Richter bei der Itzehoer Gruppe nichts feststellen. „Die Prüflinge sind sehr gut vorbereitet und zeigen eine tolle Leistung“, so Heißner zufrieden. Im letzten Teil der Prüfung waren die Zweibeiner allein gefordert: Zum Hundeführerschein gehört auch ein Fachfragentest. „Für mich ein ganz wichtiger Bestandteil. Ohne etwas Hintergrundwissen geht es nicht“, erklärt Kai Heißner. Auch hier bestanden alle Teilnehmer.

Die bunt gemischte Gruppe hat sich zuvor ein halbes Jahr lang unter Leitung von Henriette Christel auf die Prüfung vorbereitet. „Ich bin sehr stolz auf alle Kursteilnehmer. Wir haben wirklich viel erreicht“, freut sich die lizenzierte VDH-Ausbilderin über das Abschneiden ihrer Schüler. Auch aus Sicht der Teilnehmer hat sich der Kurs gelohnt, der unter dem Dach der Itzehoer Ortsgruppe des Deutschen Teckelklubs stattfand. „Die Bindung zwischen meiner Hündin und mir ist viel enger geworden und Saphira gehorcht auch besser“, erklärt Marion Zehnder, die mit ihrer fünfjährigen Mischlingshündin den Hundeführerschein erwarb. Teilnehmerin Angela Schriefer würde den Kurs jedem Neu-Hundebesitzer empfehlen. „Gerade wenn man viel mit seinem Hund unternehmen möchte, ist mit einem guten Grundgehorsam alles viel einfacher“, berichtet sie von ihren Erfahrungen mit ihrem Rhodesian-Ridgeback Ajamu.

Henriette Christel hat sich besonders über den kleinsten Kandidaten gefreut: Weil Herrchen einen wichtigen Kongress besuchte, musste Dackelrüde Michel die Prüfung ohne seinen gewohnten Hundeführer ablegen. Für ihn sprang als Ersatz Birgit Gencgül ein. „Wir haben uns gedacht, wir probieren es einfach mal“, erzählt Christel. „Wäre doch schade gewesen, wenn der Michel die Prüfung nur aus Terminschwierigkeiten nicht gemacht hätte.“ Der Rüde zeigte, dass sich ein Dackel nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt und absolvierte die Prüfung mit Bravour. Henriette Christel: „Da sieht man dann, dass der Hund das wirklich kann.“


>Unter der Schirmherrschaft der Ortsgruppe Itzehoe des Deutschen Teckelklubs plant Henriette Christel im Sommer einen weiteren Kurs. Interessierte können Mittwoch, 7. Mai, ab 19 Uhr einen Info-Abend in der Gaststätte „Zur Erholung“ in Heiligenstedten besuchen. Henriette Christel bittet um Anmeldung unter 0172/6003238.


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