Dienstags-Interview : Frühstart auf dem Weihnachtsmarkt

Organisatorinnen: Andrea Giese (l.) und Erika Glamann vom Stadtmanagement sind für den Weihnachtsmarkt zuständig.
Organisatorinnen: Andrea Giese (l.) und Erika Glamann vom Stadtmanagement sind für den Weihnachtsmarkt zuständig.

Die Buden öffnen in der Innenstadt von Itzehoe bereits in der Woche vor Totensonntag – warum, erklären Erika Glamann und Andrea Giese vom Stadtmanagement im Interview.

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21. November 2017, 05:00 Uhr

Offiziell beginnt der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt am 27. November. Doch die meisten Buden öffnen schon morgen bzw. übermorgen. Warum? Dies und mehr erklären Erika Glamann (61) und Andrea Giese (57) vom Stadtmanagement im Interview.

Frau Glamann, Frau Giese, was ist der Grund für den frühen Start auf dem Weihnachtsmarkt?

Giese: Sie fangen am 23. November an, weil in diesem Jahr Heiligabend auf einen Sonntag fällt. Also haben wir ein Wochenende weniger. Da die Budenbetreiber sich um ihr Geschäft sorgen, fangen sie früher an – aber das machen sie auf eigene Verantwortung, die Genehmigungen mussten sie sich selbst holen. Unser Weihnachtsmarkt beginnt am 27. November.

Sonst wird der Totensonntag abgewartet – und das hat ja auch seine Gründe.

Glamann: Es ist eine kirchliche Geschichte, die nirgendwo fest verankert steht. Es gibt kein Gesetz, wonach vor dem Totensonntag keine Fahrgeschäfte aufmachen dürfen. Es ist ein ethisches Problem, das nirgendwo geschrieben steht – man macht es eben.

Giese: Bei der Weihnachtsbeleuchtung ist es ebenso. Eigentlich macht man es nicht vor dem Totensonntag, aber es ist kein Gesetz. Wir haben die Weihnachtsbeleuchtung schon angeschaltet, weil sie mit der Straßenbeleuchtung gekoppelt ist.

Glamann: Wir nennen es im Moment noch Winterbeleuchtung, und ab 27. November ist es Weihnachtsbeleuchtung. Dann leuchtet es heller und festlicher.

Was gibt es Neues in diesem Jahr beim Weihnachtsmarkt?

Glamann: Es gibt keine Hütten mehr. Es hat sich nicht rentiert. Die Betreiber waren unzufrieden, uns hat es jede Menge Geld gekostet, wir haben letztes Jahr viel zugesetzt. Und es wurde einfach nicht beachtet. Die Betreiber können die tollsten Sachen in den Hütten haben, die Menschen gehen nicht einmal ran. Manche sagen, wir müssten einen großen Kunsthandwerkermarkt haben. Dann sollen sie uns sagen, wo wir die Kunsthandwerker herkriegen.

Giese: Die guten Kunsthandwerker haben alle ihren Stammplatz. Dadurch bekommen wir auch nichts Neues. Es kommt keiner aus Berlin oder Hamburg, um hier seine Ware zu verkaufen. Wir haben einige gehabt, aber die kommen nicht wieder, weil es sich einfach nicht gelohnt hat.

Glamann: Die Itzehoer Tafel baut an einem Wochenende auf für ihre beliebte Tombola. Eine Neuheit ist auch ein schöner großer Tannenbaum in der Breiten Straße anstelle des Karussells.

Giese: Und wir haben jedes Wochenende Musikprogramm, immer vor dem Himmel + Erde. Das steht auch im Weihnachtsmagazin, das jetzt herauskommt.

Das heißt, das Angebot sind im Wesentlichen die Buden, an denen man sich verpflegen kann?

Giese: Dafür ist gesorgt. Es muss keiner hungern und dursten. Und übrigens wäre es gut, wenn das Durchfahrverbot beachtet würde. Es wird auch verstärkt kontrolliert.

Was ist das Weihnachtliche am Itzehoer Weihnachtsmarkt?

Glamann: Die schön geschmückte Stadt mit den wunderschönen Tannenbäumen – wir haben dieses Jahr besonders schöne. Die Weihnachtsbeleuchtung haben wir ausgeweitet: Der Berliner Platz ist mit ausgeleuchtet, etliche Bäume in der Breiten Straße auch. Wir rüsten da auf, jedes Jahr mehr.

Ist die Organisation inzwischen ein Selbstgänger?

Giese: Jetzt ist es, auch mit der Beleuchtung, fast ein Selbstgänger. Trotzdem müssen wir viel organisieren, aber es ist nicht mehr so aufreibend. Es ist fast Routine.

Kommen Anregungen aus der Stadt?

Giese: Wir haben genug – aber die haben wir auch alle schon einmal umgesetzt, und es bringt trotzdem nichts.

Glamann: Wir sondieren noch, was wir 2018 machen. Auf jeden Fall wird es ein Wochenende geben, das richtig weihnachtlich wird.

Giese: Wir lassen es nicht einfach so laufen. Wir sind schon dran, den Markt weiter zu verbessern.

Die nicht ausreichende Resonanz ist das Dauerproblem?

Giese: Immer. Das Karussell stand an verschiedenen Orten, die Hütten auch. Es hat damit nichts zu tun. Auf dem Berliner Platz war es immer toll – aber da war man auch nicht zufrieden.

Glamann: Das sah zwar optisch schön aus, aber die Händler haben keine Umsätze gemacht. Es ist keiner hingegangen.

Gehen Sie selbst auf den Weihnachtsmarkt – und sorgt er für Weihnachtsstimmung?

Giese: Natürlich!

Glamann: Ich finde es schön, abends einen Glühwein zu trinken und mich mit Freunden zu treffen. Ich finde schon, dass da Weihnachtsstimmung aufkommt. Ich mag das gerne.

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