Frühe Hilfen: Netzwerk wächst

Wie gelingt der Zugang zur Zielgruppe? Alexa Bartholomä fasst zusammen.
Wie gelingt der Zugang zur Zielgruppe? Alexa Bartholomä fasst zusammen.

150 Beteiligte kommen bei sechs Treffen im Kreis Steinburg zusammen / Schlüsselthema: Zugang zu Eltern und Familien bekommen

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06. März 2014, 10:57 Uhr

„Als Netzwerk Frühe Hilfen sind wir eine große Verantwortungsgemeinschaft zum Wohl der Kinder, um Vernachlässigung und Misshandlung vorzubeugen“, fasste Alexa Bartholomä vom Amt für Jugend, Familie und Sport des Kreises Steinburg zusammen. Sie koordiniert die Aktivitäten, die im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert werden. In den zurückliegenden Wochen brachten fünf Regionalkonferenzen im ganzen Kreisgebiet und ein gemeinsamer Fachtag rund 150 Akteure persönlich zusammen.

Überall habe es eine breite Akzeptanz und große Bereitschaft gegeben, die Veranstaltungen logistisch zu unterstützen, berichtet Andreas Röhnert von der iuvo (Albersdorf), die mit der Organisation beauftragt worden war. Unterschiedliche Schwerpunkte habe man festgestellt: in Kellinghusen der Kita-Bereich, in Glückstadt die Politik, in Schenefeld und Wilster dagegen Schule und Polizei. Die meisten Teilnehmer verzeichnete mit 38 die abschließende Konferenz Itzehoe, bei der auch Landrat Torsten Wendt sprach: „Es geht darum, Eltern in die Lage zu versetzen, mit ihren Kindern liebevoll umgehen zu können.“ Daher sei es wichtig, dass Familien die Möglichkeit der Frühe Hilfen rechtzeitig erkennen und annehmen könnten.

Einen guten Überblick bekamen Uta Tetzlaff-Illgner von der Lebenshilfe und Cornelia Reinhardt (Via Nova), die für ihre kreisweit tätigen Einrichtungen ausnahmslos alle Veranstaltungen besuchten. Das habe sich gelohnt, meinte Reinhardt: „Ich habe überall Menschen und Angebote kennen gelernt, die ich noch nicht kannte.“ Sie stellte zugleich klar, dass sie eine Berufsgruppe überall vermisst habe: „Die Ärzte!“

Das Netzwerk Frühe Hilfen will die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen verbessern. Ein Baustein auf dem Weg dahin war ein zentraler Fachtag im Kreistagssaal, der gut besucht wurde. Intensiv eingestimmt durch einen Vortrag zum Thema Übergänge arbeiteten die Teilnehmer in Kleingruppen daran, vorhandene Hemmschwellen aufzuweichen und eine gemeinsame Sprache für die weitere Arbeit im Netzwerk zu finden. Denn es gehe ja auch um Gefühle, arbeitete Referentin Dr. Cornelia von Velasco (Preetz) heraus: „Ihre Haltung den Kindern gegenüber ist klar. Aber auch den anderen Professionen gegenüber?“ Es sei nicht immer leicht, stellte Thomas Hübner vom Evangelischen Kita-Verband heraus: „Im Netzwerk verfolgen wir ja ähnliche Interessen mit konkurrierenden Systemen.“ Die Referentin bot für diese Konflikte einen konstruktiven Ansatz: „Leichter Ärger lässt sich wunderbar nutzen – das Gefühl zeigt uns klar an, dass wir Grenzen miteinander korrigieren müssen.“

Doch bei den Frühen Hilfen in Steinburg geht es den Beteiligten nicht nur um den Austausch innerhalb des Netzwerks. „Auch die Vernetzung der Netzwerke wird als wichtiges Ziel angesehen, schon allein aus Zeitgründen für jeden Einzelnen“, berichtet iuvo-Mitarbeiter Andreas Röhnert, der die Ergebnisse derzeit auswertet. Und noch etwas steht laut Koordinatorin Alexa Bartholomä fest: „Ein Schlüsselthema für den Erfolg unserer Arbeit ist es, tatsächlich Zugang zu den Eltern und Familien zu bekommen.“ Geplant ist zudem ein weiterer Fachtag zum Thema Datenschutz. Regelmäßige Informationen erfolgen per E-Mail.

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