Festival : Fröhliche Folkparty mit grünen Hüten

Der Renner beim diesjährigen Irish Folk Open Air: grüne Strohhüte.
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Der Renner beim diesjährigen Irish Folk Open Air: grüne Strohhüte.

Das Poyenberger Festival sorgt für gute Laune bei Bands, Besuchern und Veranstalter.

shz.de von
16. Juni 2014, 12:00 Uhr

ZZ Top, AC/DC oder Deep Purple auf dem Dudelsack? Bei seinem „14. Irish Folk Open Air“ präsentierte der ausrichtende Bullyclubs Poyenberg eine ganz außergewöhnliche Band. Der Headliner „Red Hot Chilli Pipers“ übernahm die Rolle von „Santiano“ aus den Vorjahren mühelos. Die schottische Band aus Glasgow nahm das Publikum mit auf eine Reise durch Folk und Hardrock, kombinierte E-Gitarre und Dudelsack und interpretierte große Titel der Rockgeschichte mit den traditionellen Klängen der Insel. Das 10 000-köpfige Publikum war von der gigantischen Show der Erfinder des „Bagrock“ (Deutsch: „Pfeifen-Rock“) begeistert. Bei schönstem Sommerwetter feierten Bands und Fans bis in die Nacht hinein eine feucht-fröhlich irischer Folkparty.

Bettina Brennwald, Sängerin und Gitarristin der Poyenberger „Hausband“ „The Sally Gardens“ aus Rostock war allerdings nach ihrem halbstündigen Auftritt im Sonnenuntergang etwas enttäuscht. „Ich bin traurig, dass es so schnell vorbei war. Das Wetter war genial, das Publikum wunderbar wie immer.“ Zum Renner wurden dieses Mal grüne Filz-Hüte, die die Veranstalter kostenlos unter den Besuchern verteilten. „Wo kriegt man die?“, wollte schon Sängerin Bettina Brennwald während ihres Auftritts wissen. Ockerfarbene Strohhüte hatte eine siebenköpfige Gruppe um Janine und Daniela Janzen aus Kellinghusen auf. „Die tragen wir immer, damit wir uns auf Partys wiederfinden“, sagte Janine.

Während die Band „Coast“ mit ihrem schwungvollen Folk-Rock, orientiert an Vorbildern wie den „Hooters“, begeisterte, verkauften Annette Konerding und die Dänin Tina Krogh Jensen am Merchandising-Stand deren CDs, T-Shirts und Mützen. „Die Leute sind sehr freundlich und hier um Spaß zu haben“, sagte Annette. Auch die weiteren Bands sorgten mit ihrem Programm für gute Laune. So die Folk-Punker „Paddy & the Rats“ und auch „Manran“ und einem Mix aus traditionellen und zeitgenössischen irischen Titeln. „Scocha“ mit Musik aus den traditionellen Wurzeln des Folk sowie die Pipeband „North Frisian Pipes & Drums“ aus Rantrum/Nordfriesland rundeten das gelungene Programm ab.

Neben den Bands sorgte wieder der internationale Markt mit Spezialitäten aus aller Welt für Begeisterung. Die Schnäpse „Wikingerblut“ und „Roter Däne“ gab es beispielsweise am Dänemark-Stand des SV Jahrsdorf zum obligatorischen Hot Dog. „Die gehen immer gut“, sagte Michael Bruhn. Die „Rote Sünde“ und das „Kleine Schwarze“, ebenfalls Schnäpse, waren beim „Deutschland-Stand“ des Automobilclubs AC Remmels zu Hause. „Auch unser Backfisch wird viel gegessen“, sagte hier Inga Vierth. Mareina und Tatjana Breiholz erinnerten an der „Sonnenbrandbar“ des SV Peissen mit einem Trikot der deutschen und einem der brasilianischen Nationalmannschaft (Aufschrift: „SV Peissen meets Brazil“) an die aktuelle Fußball-WM in Südamerika. Und eine 15-köpfige Gruppe ehemaliger Schüler der Realschule Kellinghusen nutzt das Open Air seit acht Jahren zum Wiedersehen. „Das Ambiente macht es uns sehr leicht, immer wieder herzukommen“, so eine der ehemaligen Schülerinnen.

Das gute, dunkle „Murphy’s“-Bier genossen Jan Nerger, Stephan Schnepel, Jens Lamp und Thomas Henkies aus Nübbel bei Rendsburg. Zum ersten Mal dabei, waren sie völlig begeistert. „Ich habe mir schon ein T-Shirt von einer Band gekauft, obwohl ich die gar nicht kenne“, sagte Jens. „Aber die waren so gut…“ Auch eine fünfköpfige Gruppe aus Itzehoe und Umgebung genoss die Atmosphäre. „Gute Musik, nette Leute und vor allem all die verschiedenen Stände – schon deswegen lohnt es sich, herzukommen“, sagte Heike Bataoui.

So konnte Ausrichter und Vorsitzender Stefan Jürgensen wieder nur zu dem Fazit kommen: „Bei Anreise, Parken und Campen gab es keine Probleme, und für manche Bands ist es ein völlig neues Gefühl, vor so vielen Menschen zu spielen. So haben wir alle glücklich gemacht.“


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