zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 22:13 Uhr

Bahn-Unterschriften : Frist verlängert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bis Montag, 20. Januar, liegen die Zettel noch in Kellinghusen und Hohenlockstedt aus. Kaufmännischer Verein will Druck auf die Politiker in Kiel ausüben

von
erstellt am 15.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Letzte Chance für Unterschriften Pro-Bahn. Der Kaufmännische Verein (KVK) hat seine Aktion bis Montag, 20. Januar, verlängert. „Wer sich für einen Bahnanschluss von Kellinghusen nach Hamburg-Altona aussprechen will, kann dies jetzt noch tun“, sagt KVK-Chef Timo Laackmann.

Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Bernd Lindemann und Martin Dethlefsen rührt der KVK-Vorsitzende zum Endspurt noch einmal tüchtig die Bahn-Werbetrommel. KVK-Listen liegen in den Geschäften und Betrieben von Mitgliedern aus. Zu finden sind sie zudem an zentralen Stellen wie Bürgerhaus und Stadtbücherei. „Wir tun alles, um die Landesregierung von der Akzeptanz und Notwendigkeit des Bahn-Projekts zu überzeugen“, so Laackmann. Gestützt werde damit auch das Bekenntnis der Regierungsparteien zur Stärkung des ÖPNV. „Das hatten SPD, Grüne und SSW alle in ihren Wahlprogrammen“, so Laackmann. Beim Wort genommen werden soll außerdem die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS). „Von dort wurde uns mehrfach versichert, die Sache sei in trockenen Tüchern.“

Dem breiten Pro-Bahn-Bündnis aus Politik und Bürgerschaft hatte sich die Kaufmannsvereinigung von Beginn an angeschlossen. Als überzeugte Bahnbefürworter holte der KVK zuletzt den Gewerbeverein Hohenlockstedt mit ins Boot. Auch dessen Vorsitzende Regina Payonk unterstrich den hohen Stellenwert der Bahn für die Region. „Die Mehrheit der Bevölkerung steht glasklar hinter der Streckenreaktivierung“, stellt Laackmann fest. Die Begeisterung dafür sei bereits bei einer ersten Unterschriften-Aktion im vergangenen Jahr deutlich geworden. Damals machte der Verein Tempo, weil das Bahn-Thema kurzfristig auf der Agenda der Landesregierung stehen sollte. „In nur zehn Tagen äußerten sich rund 800 Menschen positiv.“ Als sich zeigte, dass die Frist verlängert werden konnte, wurden sogleich neue Listen ausgelegt. „Je mehr Zeit ins Land geht, desto mehr wird begriffen, wie wichtig die Bahn für die Infrastruktur ist“, so der Vorsitzende. Der drohenden Verkehrsinfarkt durch den langwierigen A7-Ausbau, das Getöse um die Pkw-Maut mit dem Slogan „Wer viel fährt, zahlt viel“ sowie als wichtige Argumente der Umweltfaktor und der demografische Wandel brächten auch Skeptiker zum Nachdenken.

„Es werden immer mehr Leute aus den Dörfern wegziehen, mit der Folge dass es dort keine Schule, kein Sportverein und keine Feuerwehr mehr gibt,“ zitiert Dethlefsen entsprechende Expertisen. Eine Bahn im Unterzentrum Kellinghusen würde mehr Neubürger in das derzeit rund 24 000 Einwohner zählende Amt locken. Zumal, wenn sich die in der Landesverkehrsplanung schon jetzt vorhandene Idee vom Weiterbau der S4 bis in der Störstadt bis 2027 und damit einen Anschluss an den HVV durchsetzt. Hinsichtlich der Kosten in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro unterstreicht Dethlefsen: „Das Geld für das Kellinghusener Projekt fällt nicht extra an, es ist durch den neuen Fahrplan mit neuer Ausschreibung eingespart worden.“ Und: Dieses Geld werde so oder so ausgegeben. Wenn nicht in der Region, dann für zwei weitere ähnlich Bahnstrecken im Land. Für Kellinghusen halte sich der Kostenaufwand mit rund 160 000 Euro für einen Bahnsteig mit Unterstand im Rahmen. Eine Menge Parkraum für Pendler sei vorhanden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen