Stadt-Manager : Frischer Wind aus Fernost

Freut sich auf das Kleinstadtleben am Wasser: Stadt-Manager Jingkai Shi.
Freut sich auf das Kleinstadtleben am Wasser: Stadt-Manager Jingkai Shi.

Jingkai Shi (28) ist neuer Stadt-Manager in Glückstadt. Der gebürtige Chinese setzte sich gegen 24 Bewerber durch und kümmert sich ab sofort um Wirtschaft, Innenstadt-Belebung und 400-Jahr-Feier.

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26. März 2014, 05:00 Uhr

Schon König Christian IV wusste, dass fremde Kulturen Glückstadt bereichern. Zu der gleichen Erkenntnis ist jetzt auch die Stadt gekommen. Denn mit dem neuen Citymanager holt sie sich jetzt eine weitere Nation ins Haus. Jingkai Shi (28) kommt ursprünglich aus China und kümmert sich ab sofort nicht nur um die Vermarktung der Stadt, sondern wird auch die Wirtschaft fördern und als Kümmerer die 400-Jahr-Feier unter seine Fittiche nehmen. Damit setzte sich der Wahl-Hamburger gegen 24 Konkurrenten durch, die sich um die Stelle des City-Managers beworben hatten.

Und das nicht ohne Grund. Denn mit seinem Bachelor-Studium in Tourismus-Wirtschaft mit Schwerpunkt Marketing und dem anschließenden Master-Abschluss in Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung sowie einem Praktikum im Eventmanagement-Bereich ist ihm der dreigeteilte Aufgabenbereich zwischen Wirtschaft, Stadtjubiläum und Marketing wie auf den Leib geschneidert.

Bevor der 28-Jährige vor rund sieben Jahren zum Studieren nach Hamburg kam, lebte er mit seiner Familie in der 5-Millionen-Stadt Hefei, etwa vier Stunden von Shanghai entfernt. Eine „eher mittelgroße Stadt für chinesische Verhältnisse“, wie er selbst sagt. Der Umzug in das beschauliche Glückstadt ist für ihn trotz der Umstellung genau das Richtige. „Ich möchte gerne in einer kleinen Stadt wohnen. Und von hier kann ich auch spontan mal nach Hamburg fahren.“ Von dort pendelt er im Moment noch jeden Tag zur Arbeit. Doch die Wohnungssuche in Glückstadt läuft bereits auf Hochtouren.

Nach dem Studium zurück in seine Heimat China zu gehen, kam für ihn nie in Frage. „Für mich war immer klar, dass hier bleibe.“ Viel herumgekommen ist er in den vergangenen Jahren, außer in Hamburg hat er auch in Frankfurt, Aachen oder Göttingen Station gemacht. Der Norden ist ihm jedoch besonders ans Herz gewachsen. „Die Leute sprechen hier hochdeutsch und ich mag die ganze Atmosphäre hier.“

In seiner Freizeit spielt er gerne Basketball, auch wenn er bisher meistens auf der Bank saß. „Als kleiner Chinese hat man es hier nicht leicht“, sagt er und lacht. Ansonsten reist der leidenschaftliche Hobby-Fotograf gerne um die Welt, innerhalb Europas oder auch nach Afrika. Viel Zeit, sich in seiner neuen Wirkungsstätte umzusehen, hatte er bisher noch nicht. Aber eines kann er über die Stadt am Wasser schon sagen: „Ich glaube Glückstadt ist klein, aber fein.“

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