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Druckerei Prinovis : Freundlicher Dialog bei Bertelsmann

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erstellt am 04.Mai.2013 | 08:48 Uhr

Itzehoe/Gütersloh | Sie wollen der Arbeitslosigkeit ein Gesicht geben - dafür ließen sich rund 500 Mitarbeiter der Druckerei Prinovis fotografieren und gestalteten aus den Bildern ein Fotobuch. Drei Exemplare davon hatte eine achtköpfige Delegation im Gepäck, als sie sich auf den Weg in die Bertelsmann-Zentrale nach Gütersloh machte.

Personal-Chef Immanuel Hermreck nahm die Bücher entgegen. Für ihn sei das eine völlig neue Idee, bekannte er. Bislang habe er nichts Vergleichbares gesehen. Hermreck versprach, je eines der Bücher an Bertelsmann-Eigentümerin Liz Mohn und den Vorstandsvor sitzenden Thomas Rabe weiterzugeben. "Von uns werden zudem weitere Exemplare an ausgewählte Stellen in Politik und Wirtschaft versendet", erklärte Prinovis-Betriebsrat Danny Paulsen.

Immanuel Hermreck sprach der Itzehoer Belegschaft ein großes Lob aus: Dass vor dem Hintergrund der Still legung noch so zuverlässig produziert werde, verdiene großen Respekt. Dass dies jedoch in der jetzigen Situation extrem Kräfte zehrend und belastend sei, machten ihm die acht Itzehoer klar. "Diese Kraft gewinnen wir hauptsächlich aus den deutlichen Zusagen der Bertelsmann-Spitze", betonte Betriebsrat Stefan Lützen. "Ein fairer Sozialplan kann nur der Anfang sein, die Region um Itzehoe herum benötigt Arbeitsplätze."

Mitarbeiter Benjamin Gäde schilderte die Probleme der jungen Familien, deren Kinder bei Umzügen aus der Schule gerissen werden. Aber auch die Wunden in einer Region, in denen viele Menschen seit Jahrzehnten durch Gruner + Jahr mit Bertelsmann verbunden waren, wurden thematisiert.

Es müsse das Ziel sein, so viele Kollegen wie irgend möglich in neue Jobs zu bringen, betonte Hermreck. Es werde vom Konzern jede Chance geprüft, um den Itzehoern zu helfen - von der Vermittlung innerhalb des Konzerns über das Nutzen guter Kontakte zur externen Vermittlung bis zur Neuschaffung von Arbeitsplätzen am jetzigen Standort werde alles versucht. "Wir werden uns alle in einem Jahr daran messen lassen müssen, ob es genug war."

Danny Paulsen zieht ein positives Fazit des Besuchs. Es habe einen freundlichen, offenen Dialog gegeben. Die Itzehoer fühlten sich von ihrem Gegenüber ernst genommen. "Ein Treffen dieser Art ist keine Selbstverständlichkeit", so Paulsen. Es bleibe die Hoffnung, "dass wir nicht einfach abgeschrieben sind, sondern Bertelsmann sich um unsere weitere Zukunft bemühen wird".

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