Itzehoer Callcenter D+S : Freude über neue Eigentümer

Ein Lächeln für die Kunden: Ulrike Schrader und D + S-Mitarbeiterin Maria Jödicke.
1 von 2
Ein Lächeln für die Kunden: Ulrike Schrader und D + S-Mitarbeiterin Maria Jödicke.

Das D + S Communication Center ist verkauft. Am Standort Itzehoe werden knapp 30 weitere Mitarbeiter gesucht.

von
07. März 2018, 05:00 Uhr

Täglich bearbeiten sie viele tausend Anfragen, telefonisch oder schriftlich. Das machen die 300 Angestellten im D + S Communication Center am Hanseatenplatz künftig unter neuem Firmendach. D+S mit elf Standorten und mehr als 3000 Beschäftigten bundesweit ist von der Ströer Dialog Group übernommen worden. „Es wird keine großen Veränderungen geben“, sagt Ulrike Schrader, Standortleiterin in Itzehoe. Das heißt auch: Wie immer sucht sie neue Mitarbeiter.

Die Belegschaft sei sofort über den Verkauf informiert worden. Die Reaktion: „Sie haben sich sehr gefreut.“ Auf zehn Jahre in den Händen eines Finanzinvestoren folge jetzt der solide Mittelstand – es fühle sich an, wie in einen sicheren Hafen zu fahren, gibt Schrader die Wahrnehmung ihrer Kollegen wieder. Nachdem das Kartellamt gerade die Transaktion genehmigt habe, könne jetzt über die Integration gesprochen werden. „Es wird sicherlich trotzdem anstrengend sein, aber das ist es im Prinzip jeden Tag, gerade in unserer Branche“, sagt die Standortleiterin.

Das Itzehoer Callcenter arbeitet im Inbound-Bereich: Es wird auf Kundenanfragen reagiert. Tausende Anrufe kommen täglich, die meisten am Montag, die wenigsten am Freitag. Für dieses Jahr sind laut Schrader 3,7 Millionen „Leistungseinheiten“, also Bearbeitungen, geplant. Diese verteilen sich auf vier große Projekte: D + S in Itzehoe betreut VW Financial Services, Stromnetz Berlin, die Münchener Hypothekenbank und einen Energieversorger. Bei VW Financial Services gibt es weiteren Bedarf, ein großer Versicherer hat angefragt – deshalb werden innerhalb der kommenden Wochen fast 30 neue Mitarbeiter gesucht.

„Alltagshelden“ nennt Schrader sie – denn sie lösten die Fragen des Alltags. Kommunikativ und flexibel müssten sie sein, mit D + S warte ein „Top Employer“. Auf dieses Zertifikat für die Unternehmensgruppe ist die Standortleiterin „extrem stolz, weil es widerspiegelt, was uns wichtig ist“. Damit meint sie nicht nur das Geld, auch wenn der Mindestlohn aufgestockt wird durch ein eigenes Modell und teilweise Provisionen. Sehr wichtig seien auch die „Onboarding-Phase“ für neue Mitarbeiter, fortlaufende Kommunikation und Qualifizierung, auch für Quereinsteiger.

Acht Stunden lang müsse man sich ständig auf neue Menschen und Anliegen einstellen, „der Job ist knallhart“, sagt Schrader. Eine große Rolle spielt deshalb das Gesundheitsmanagement: Die Teilnahme am Störlauf wird gefördert, Workshops mit einer Logopädin gehören ebenso dazu wie Yoga für eine gesunde Haltung. 53 Interessierte seien zu einer Schnupperstunde gekommen – jetzt gibt es Kurse.

Diese Linie will Schrader auch mit neuem Eigentümer verfolgen. Denn sie kommt offenbar an bei den Mitarbeitern: Die Fluktuation sei vergleichsweise gering.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen