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Rosenmontags-Umzüge : Freude ist größer als Angst vor Terror

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Leiter der Spielmannszüge aus Herzhorn und Brunsbüttel vertrauen beim Kölner Karneval auf die Polizei

von
erstellt am 06.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Nein, den Kölner Karneval lassen sie sich nicht vermiesen. Das betonen der Vorsitzende des Herzhorner Spielmannzugs, Detlef Zöllner, und der Stabführer und Leiter des Spielmannszuges des VfB Brunsbüttel, Hans-Dieter Klocke. Am Rosenmontag wollen die Musiker zusammen mit dem Spielmannszugs Schenefeld-Vaale als Spielgemeinschaft durch Kölns Straßen ziehen und für viel Stimmung sorgen. Doch die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht haben die Mitglieder der Spielmannszüge im Kopf. Mit Vorfreude, aber mit Vorsicht geht es deshalb in die Rheinmetropole – für die Herzhorner bereits zum 29., für die Brunsbütteler schon zum 21. Mal. Die Musiker bringen also viel Karnevalserfahrung mit – und sind gelassen, obwohl die Gefahr eines Terroranschlags bereits vor einigen Jahren beim Karnevalsumzug schon einmal im Raum stand, wie die Leiter erklärten.

Unsere Zeitung fragte nach: „Welchen Stellenwert hat Sicherheit bei ihrer Reise nach Köln angesichts der jüngsten Terrorereignisse und der Silversterangriffe?“

Hans-Dieter Klocke, Stabführer und Leiter des Spielmannszuges des VFB Brunsbüttel: „Bei der Generalprobe haben wir das Thema angesprochen. Wir haben beschlossen, dass wir in Gruppen von mindestens fünf bis zehn Personen zusammenbleiben, um unsere weiblichen Mitglieder vor Übergriffen zu schützen. Die Frauen tragen auch keine Röcke, sondern Hosen. Aber wir sind uns ziemlich sicher, dass sich so etwas nicht wiederholt, sondern Polizei und die Stadt gerade an Karneval Präsenz zeigen. Vermiesen lassen wir uns den Umzug aber nicht. Wir sind schon zum 21. Mal dabei, haben mit den Jahren Fuß gefasst in dem Karnevaletablissement. Das ist eine Menschenmenge sondergleichen. Vor ein paar Jahren gab es tatsächlich eine Situation, in der die Umzugsbegleiter auf uns Leiter zukamen und ganz klar gesagt haben: ’Wenn wir das Stichwort sagen, gehen Sie sofort zur Seite, lassen Sie die Fahrzeuge durch. Der Umzug ist dann definitiv zuende.’ Wir haben nie erfahren, was konkret dahinter steckte. Passiert ist dann zwar nichts, aber so richtig genießen konnte ich den Umzug nach der Ansage nicht mehr. Aber es zeigt, dass die Polizei vorbereitet ist und ein Sicherheitskonzept hat. Wir fühlen uns gut aufgehoben, unsere Freude ist größer als die Angst.“


Detlef Zöllner, Vorsitzender des Herzhorner Spielmannzugs: „Wir haben beschlossen, dass keiner alleine in Köln herumläuft. Ich habe auch mit der Jugendherberge gesprochen. Ich weiß, dass die Polizeipräsenz größer ist. Dass bei den Umzügen etwas passiert, halte ich für chancenlos. Es war immer schon so, dass alle paar Meter Polizei und Security bereit stehen. Da können wir kaum in so eine Situation wie in der Silvesternacht kommen. Außerdem tragen wir alle Kostüme mit Pumphose und darunter noch jede Menge Kleidung. Da fühle ich mich sicher. Vor ein paar Jahren gab es kurz vor dem Umzug aber eine Terrorwarnung. Wir wurden angewiesen, auf ein Stichwort nach rechts und links auszuschwärmen und unsere Leute mitzunehmen. Da hatte ich schon ein etwas mulmiges Gefühl. Aber ich vertraue darauf, dass alles richtig läuft und seitens der Polizei und Veranstalter alles richtig eingeschätzt wird. Vor Anschlägen ist man nirgendwo gefeit.“

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