Frestedter Dorfchronik ist fertig

Chroniker Günter Lange an seinem Schreibtisch. Foto: Hill
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Chroniker Günter Lange an seinem Schreibtisch. Foto: Hill

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11. Dezember 2010, 09:13 Uhr

Frestedt | Gar nicht erwarten kann Günter Lange, dass endlich die Dorfgeschichte Frestedts veröffentlicht wird. Steckt doch jahrzehntelange Arbeit von ihm in diesem Projekt. Schon immer hat der 79-Jährige Interesse an der Geschichte der Gemeinde gehabt. Lange, der 1940 den Hof in Frestedt Scharfenstein geerbt hat und mit seiner Frau Marianne bewirtschaftete, sammelte alle Unterlagen, Dokumente, Karten und Bilder von Frestedt.

Von diesem Interesse für die Geschichte erfuhr der 1906 in Frestedt geborene Claus Groth. Dieser sah in Günter Lange denjenigen, der seine Arbeit fortsetzen konnte. Er übergab dem Landwirt Lange die "Acte der Frestedter Meent aufteilung von 1788" (kleines Foto). Hier wurde dokumentiert, wie viel Grund und Boden die Meenthaber an die Kätner abzugeben hatten. In Frestedt gab es laut Lange immer zwölf Meenthaber, die neben ihrem Eigentum auch Rechte an der Gemeindeflur hatten. Die "Acte" und ein von Groth erstelltes Frestedter Dorfbuch - eine Art Tagebuch aller Familien - bildete den Grundstock für die Dorfchronik.

Als Lange 1994 in Rente ging, die Landwirtschaft war schon 1972 aufgegeben worden, konnte er sich intensiver mit den übergebenen Dokumenten befassen und übersetzte diese von der Sütterlin-Schrift in Normalschrift. " Als die Gemeindevertreter davon erfahren haben, sind sie auf mich zugekommen und haben mir alle Unterlagen wie Flurkarten von der Flurbereinigung und Bilder zur Verfügung gestellt."

Auch Gerhard Staak aus Nordhastedt erfuhr 1998 von Langes Engagement. Staak, selbst gebürtiger Frestedter, befasste sich schon länger mit Familienforschung. Die beiden bildeten ein Team und forschten gemeinsam im Landesarchiv in Schleswig und im Stadtarchiv in Brunsbüttel. Die meisten Dokumente mussten abgeschrieben werden. Als alle Unterlagen komplett waren, gab es ein Gespräch mit Bürgermeister Ernst Karstens. "Das war der Startschuss zur Erstellung der Dorfchronik", so Lange. Gewünscht war eine Fertigstellung zur 800-Jahr-Feier 2008. Leider konnte das aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden, dafür wurde aber 2008 von der Gemeindevertretung offiziell der Auftrag erteilt.

Die Gemeinde holte zur Verstärkung Michael Plata und Norbert Puchert mit ins Boot. Plata übernahm die Gestaltung des Buches und veranlasste den Druck. Puchert übernahm die Digitalisierung und Bearbeitung der Bilder. Diese zwei sowie Günter Lange und Gerhard Staack bildeten das Team zur Fertigstellung. Leider musste ein anberaumter Termin zur feierlichen Präsentation verschoben werden. "Es wäre schön, wenn das noch vor Weihnachten klappen würde" hofft der 79-jährige Lange.

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