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Norddeutsche Rundschau

22. November 2017 | 12:27 Uhr

Freizeitmagnet Nord-Ostsee-Kanal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wackener Viertklässler nehmen die Wasserstraße ins Visier

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2017 | 15:25 Uhr

Wenn man in der Nähe eines „Jahrhundertbauwerkes“ wie dem Nord-Ostsee-Kanal lebt, nimmt man es meist nicht richtig wahr.

Natürlich kennt man die Fakten: Der Nord-Ostsee-Kanal ist 98,26 Kilometer lang und verläuft von der Schleuse in Brunsbüttel bis zur Schleuse in Kiel (und umgekehrt). Er ist elf Meter tief und bis zu 162 Meter breit. Den NOK überqueren zehn Brücken und 14 Fähren. Auf beiden Seiten verlaufen Wirtschaftswege, die hervorragend als Fahrradwege ge-nutzt werden können.

Bei sonntäglichen Fahrradtouren zum Kanal sind uns am Fähranleger Hochdonn einige Wohnmobile aufgefallen. Manchmal sind wir an einem Campingplatz vorbeige-fahren und haben uns gefragt, welche Geschichten sich wohl hier verbergen könnten.

Das hat uns auf die Idee für unseren Artikel gebracht. Kurzerhand haben wir mit der ganzen Klasse eine Fahrradtour nach Hohenhörn, zur Kanalweiche, zum Campingplatz Klein-Westerland, zum Fähranleger Hochdonn und zurück zur Schule gemacht.

Nachdem der Fährmann in Hohenhörn die Fähre für uns hat „tanzen“ lassen und nach einem kurzen Picknick im Garten des „Kanal 33“ hielten wir kurz an der Kanal-weiche, um die Wassertemperatur zu prüfen. Brrrr – zu kalt! Aber im Sand buddeln machte trotzdem Spaß – im Sommer kommen wir wieder und baden in der „Kanal-Bucht“. Weiter geht’s zum Campingplatz, wenige Meter von der Kanal-Weiche ent-fernt, die dafür gebaut wurde, damit sich entgegenkommende Schiffe ausweichen können.

Auf dem Campingplatz sind wir sofort fündig geworden. Herr G. aus Weingarten am Bodensee, den wir auf seiner schön hergerichteten Parzelle beim Zeitunglesen antrafen, kommt seit 16 Jahren, früher mit seiner ganzen Familie, jetzt „nur noch“ mit seiner Frau nach „Klein Westerland“. Durch Verwandtschaftsbesuche hier im „hohen Norden“ ist er auf den Campingplatz aufmerksam geworden. Er schätzt die gute Luft, er liebt es, Schiffe zu beobachten und macht ausgedehnte Fahrradtouren.

Auch das Ehepaar R. aus Landshut in Niederbayern erzählte uns, dass sie schon zum siebten Mal am NOK seien. Herr R. sei früher zur See gefahren und kenne daher die Gegend. Helga B. aus Rellingen, die einen der schönsten Plätze in der ersten Reihe mit „Kanalblick“ hat, kommt schon seit 50 Jahren hierher. Zuerst noch mit dem Zelt – da habe es noch kein Wasser gegeben, das habe aus Hochdonn geholt werden müssen. Sie und ihr Mann lieben die Ruhe, das Radfahren und ganz besonders den guten, selbstgebackenen Kuchen. Viel zu schnell nach einem leckeren Eis auf der sonnigen Terrasse der „Strandhalle“ müssen wir weiter.

Am Fähranleger Hochdonn, dem „einzigen kostenfreien Standplatz am NOK“, treffen wir ganz unterschiedliche Leute. Frau S. aus Lemgo, in einem quietschgelben Wohnwagen, liebt Urlaube ohne viele Touristen, Martin aus Cuxhaven, unterwegs mit Hund Attila, musste früher über die deutschen Kanäle in der Schule lernen und wollte sie auch mal „in echt“ ansehen. Er ist schon zum achten Mal hier und beobachtet gern die Schiffe. Genau wie das Ehepaar B. aus Gießen. Der Mann fuhr früher zur See, und Detlev aus Altötting bei München war früher in der Marine und hat oft selbst mit dem Schiff den Kanal befahren. Das Ehepaar S. aus Holland und Erika K. machen gern Fahrradtouren am Kanal. Alle haben gemein, dass sie unbedingt wiederkommen möchten.

Wir sehen nun den Nord-Ostsee-Kanal mit ganz anderen Augen. Was für uns alltäglich ist, nämlich an der meistbefahrenen Wasserstraße der Welt entlang zu radeln oder spazieren zu gehen, ist vielen Menschen wert, weit zu fahren und ihren Urlaub hier zu verbringen.

Durch die Fahrradtour haben wir Lust bekommen, auch mal einen Sommertag am Strand der Kanalweiche zu verbringen. Dann würden wir uns vorher die App „Marinetraffic“ herunterladen, so wüssten wir sofort, woher das vorbeifahrende Schiff gerade kommt, wohin es fährt, was es geladen hat und vieles mehr. Vielleicht können wir sogar unser Nord-Ostsee-Kanal-Spiel, das wir im Unterricht gebastelt haben, als Souvenir an Urlauber verkaufen… Also: Nicht nur auf ein Eis an den NOK – hier gibt es noch viel zu entdecken. Viel Spaß dabei!


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