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WOA : Freiwillige und „FBI“ beseitigen die Spuren des Metal-Festivals

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

400 freiwillige Helfer befreien das 250 Hektar große Festivalgelände von Unrat.

Schlauchboote, Polstermöbel, Gummistiefel, Plantschbecken, Speisereste und jede Menge Zelte, Pavillons und andere Hinterlassenschaften erinnerten gestern noch an das Wacken Open Air (WOA). Das 250 Hektar große Gelände glich einem Schlachtfeld. In wenigen Tagen wird nichts mehr an das Festival erinnern – dank der knapp 400 freiwilligen Müllsammler. Etwa 250 freiwillige Helfer haben sich bei der ICS-Festival GmbH angemeldet, sagt Pressesprecherin Anne Lorenz. Hinzu kommen 147 polnische Arbeiter des Hamburger Personaldienstleisters „FBI“.

„Mit 65 Personen sind wir auch während des Festivals übers Gelände gelaufen, um die bereitgestellten Mülleimer zu leeren oder den achtlos weggeworfenen Müll zu sammeln“, sagt der Leiter der Endreinigung. Zudem habe man kontinuierlich im VIP-, Backstage- und Produktionsbereich für Sauberkeit gesorgt. Insbesondere Schüler, Studenten, Rentner und Arbeitslose seien in seinem Team tätig. „Die arbeiten super – trotz der Hitze“, sagt er und weiß, wie sehr diese Menschen auf das Geld angewiesen seien. „Die soziale Absicherung in Polen ist so miserabel, ebenso wie das dortige Gehaltsniveau.“ Die Arbeit auf dem Festivalgelände sei nicht immer einfach – insbesondere dann nicht, wenn eine komplette Wohnzimmereinrichtung entsorgt werden muss. Vor Arbeitsbeginn werden von den Stewards an die Helfer, die in zwei Schichten arbeiten, Müllsäcke und teilweise auch Einmal-Handschuhe verteilt. Die Helfer wissen, wie sie den Müll sortieren müssen. „Alles, was in die Säcke passt, kommt dort hinein, größere Teile werden auf einen Haufen gelegt“, erklärt Entsorgungsleiter. Anschließend befördert ein Gabelstapler die Säcke zu großen Containern. So kämpfen sich die Mülltrupps trotz sengender Hitze voran. Eklig wird es, wenn Festivalbesucher das stehen gelassene Zelt vor der Abreise noch als Abort benutzt haben. Mühsam ist die Arbeit aber ohnehin.

Jeder Zentimeter des Ackerbodens wird genauestens nach Glasscherben, Plastikmüll, Zigarettenkippen oder Dosen untersucht. Kein Wunder also, dass am Ende der Saubermach-Aktion rund 600 Tonnen Müll zusammenkommen. Und der wird selbstverständlich auch noch nach Restmüll, Sperrmüll und Plastik getrennt.

Bis morgen Abend sollen die Flächen wieder so aussehen, wie vor dem Festival – bis im nächsten Jahr wieder 75  000 Metalheads anrücken, um drei Tage lang zu feiern. Die Tickets sind auf jeden Fall schon weg. Um 23.10 Uhr hieß es am Montagabend nach nur 23 Stunden auf der Internetseite des Festivals: „Sold out“ – ausverkauft.

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