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Naturschutze : Freiwillige räumen die Heide auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Naturschutz in Handarbeit: Was die Tiere in Breitenburg nicht mehr schafften, erledigten jetzt Helfer für die Stiftung Naturschutz.

„Bevor du anfängst, habe ich den halben Wald fertig“, ruft Gaby Kurpas aus dem Raum Segeberg ihrem Gegenüber zu, während sie sich mit einer großen Astschere bereits längst an die Arbeit gemacht hat. Ihr gleich taten das auch 80 weitere freiwillige Helfer verschiedener Organisationen und Institutionen sowie Privatpersonen, die dem Aufruf der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zu einer gemeinschaftlichen Pflege der Heideflächen der Nordoer Binnendünen gefolgt waren.

Hoch motiviert und ausgestattet mit Sensen, Astscheren, Handsägen und motorisierten Geräten sowie Muskelkraft starteten am Sonnabend vormittag Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der Arbeitsgemeinschaft für Botanik, der Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), der BUND-Kreisgruppe Steinburg, der Kreisjägerschaft Steinburg, dem NABU und der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinburg mit dem Absägen vieler Jungbäume und dem Heraustragen des Schnittgutes.

Vor der mehrstündigen Arbeit begrüßte Diplom Ingenieurin Anja Walter von der Naturschutzstiftung gemeinsam mit Förster Hinrich Schmidt-Harries und Ute Lange-Friedrichs von der Unteren Naturschutzbehörde die gut ausgerüsteten Helfer. „Nach dem großen Erfolg vor drei Jahren wissen wir, was Menschen innerhalb weniger Stunden schaffen können, wenn sie motiviert sind“, unterstrich Hinrich Schmidt-Harries und erläuterte den freiwilligen Helfern vor der angehenden Arbeit die Rahmenbedingungen. „Wir wollen heute alle wieder gesund das ehemalige Militärgelände verlassen. Daher ist für die mit Motorsägen ausgestatteten Helfer die richtige Schutzkleidung mit Schnittschutzhose, Helm und Sicherheitsschuhe wichtig“. Zudem erinnerte er alle Teilnehmer an den rutschigen Boden und an die Einhaltung des Sicherheitsabstandes.

In dem von der Stiftung zuvor markierten Gelände am Südrand der Panzerwüste teilten sich die Helfer schließlich in kleine Gruppen auf, um eine möglichst große Fläche von Kiefern- und Birkenaufwuchs zu entkusseln. Insbesondere seien es die Kiefern, die die Heideflächen, den Sandrasen und andere wertvolle Biotop-Typen verschatten und letztendlich auch erdrücken. Inzwischen sei der Aufwuchs wieder so hoch aufgeschossen, dass er durch die Beweidung nicht mehr reguliert werden könne und schützenswerte Pflanzen und Tiere verdränge. Zudem wurden die stark zugewachsenen Heideflächen an der Ginsterweide von wuchernden Traubenkirschen, Birken und Kiefern befreit. Das sei schließlich Voraussetzung dafür, dass sich Licht liebende Pflanzen diesen Lebensraum zurück erobern können.

„Für die hier im Sommer weidenden Ziegen sowie den Koniks, Galloways und Highlander ist das zuviel des Guten“, weiß auch Carola Pommerening vom Naturschutzbund. Ihr persönlich mache die Befreiungsaktion sehr viel Freude. „Ich kann das nur empfehlen“, sagt die 46-Jährige. „Jeder, der sich an dieser Landschaft erfreut, sollte hier auch mal mitwirken“, appelliert die Naturschützerin. Ohne die vielen freiwilligen Helfer könne das Gebiet so gar nicht erhalten werden. „Die Zusammenarbeit von Mensch und Tier ist hier wichtig“.

Dass aber nicht nur Erwachsene Spaß an der Arbeit in der Natur hatten, bewies der erst sechs Jahre alte Julian aus Krempe. Gemeinsam mit seinem Vater Hans-Peter Radenberg nahm er an der Aktion teil. „Ich habe den Aufruf im Internet entdeckt und weil sich mein Sohn sehr für Pflanzen und Tiere interessiert, machen wir hier heute mit“. Den Abschluss der Befreiungsaktion bildete ein kleiner gemeinsamer Imbiss.

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erstellt am 10.Nov.2014 | 16:48 Uhr

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