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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 10:35 Uhr

Freimaurer-Wiki räumt Gerüchte aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die weltweit größte Online-Enzyklopädie zum Thema mit mehr als 20 Millionen Klicks und 4700 Seiten kommt aus Brunsbüttel

von
erstellt am 22.Mär.2016 | 06:50 Uhr

Sie liefern Stoff für Romane und Filme, wurden verfolgt, weil sie sich den Mächtigen nicht unterwarfen, und gelten vielen noch immer als Geheimbund: Freimaurer. Wissen und Halbwissen um die weltumspannende Organisation mischen sich. In 2017 blickt das Freimaurertum auf 350 Jahre Geschichte zurück. Zu den Mitgliedern gehörte Jazzmusiker Louis Armstrong ebenso wie Politiker Winston Churchill, Dichter Johann Wolfgang von Goethe oder Schauspieler Karlheinz Böhm. Das weltweit größte Online-Nachschlagewerk zum Thema hat seine Wurzeln in Brunsbüttel. Genauer gesagt: In der Schulstraße 38. Künstler Jens Rusch, seit 30 Jahren Mitglied einer Loge, begann 2009 mit dem Aufbau des Freimaurer-Wiki. Inzwischen ist dieses Lexikon auf über 4700 Seiten angewachsen und verzeichnet 20 Millionen Klicks. Tendenz: steigend.

„Irgendwann trifft das Internet immer aufs Freimaurer-Wiki. Daran kommst Du nicht vorbei“, beschreibt Rusch den Stellenwert der Enzyklopädie. Die war in den ersten fünf Jahren lediglich auf Deutsch verfasst, dann wurde ein Übersetzungstool integriert und die Seite informiert seitdem auch auf Englisch, Spanisch und Französisch. Längst ist Jens Rusch nicht mehr allein derjenige, der Inhalte fürs Freimaurer-Wiki aufbereitet. Beiträge gebe es in zwischen aus aller Herren Länder, sagt der 65-Jährige. Museen, Archive und Autoren liefern zu. Natürlich finde sich das Meiste auch bei Wikipedia, der Mutter der Internet-Lexika. „Aber bei uns sind die Artikel ausführlicher gehalten.“ Mit der Folge, dass der Datenwust, der hinter dem Online-Lexikon steht, inzwischen immens ist und zum Kostenproblem wird. Längst hat Rusch einen eigenen Server gemietet, auch , um den Blick zu haben auf Hackeraktivitäten. Allein seit Jahresbeginn sei das Freimaurer-Wiki fünf Mal angegriffen worden. Spenden von Logenbrüdern sichern den Fortbestand. Keineswegs ein Selbstgänger, wie Jens Rusch sagt. Konservative Logen lehnen solche Internetaktivitäten ab. Aber der Zuspruch wächst. „Während wir am Anfang um Beiträge gebettelt haben, ist es jetzt umgekehrt.“

Betreiber der Seiten ist der Heider IT-Fachmann Peter Rohde – kein Freimaurer und damit neutral. Das ist Rusch wichtig. Denn diese Neutralität käme dem Inhalt zu Gute. Letztlich solle sich der Leser selbst ein Bild machen können über die Logen und ihre Ziele. Eine Rechtsabteilung kümmert sich um die juristische Seite des Lexikons. Tätig werden musste die seit dem Start des Freimaurer-Wiki noch nicht. Jens Rusch sieht sich als Redaktionsleiter. Neue Inhalte überprüft er akribisch. „Immer wenn ich Feierabend habe, bin ich bis Mitternacht dabei“, sagt er über den Zeitaufwand. Das Lexikon sieht er als sein drittes Lebenswerk „neben Malerei und Wattolümpia“ an.

Die Idee zu dieser intensiven Beschäftigung mit dem Thema kam Jens Rusch angesichts „unbeschreiblich vieler Lügen- und Hetzgeschichten über die Freimaurer“. Und weil er mit seinem Dithmarschen-Wiki Erfahrung gesammelt hatte im Anlegen einer Internet-Enzyklopädie, lag es für ihn auf der Hand, sich das neue Feld vorzunehmen und zu zeigen: „Freimaurer sind eine Gesellschaft mit Geheimnissen, keine Geheimgesellschaft.“


>  Info: www.encyclopedia-masonica.com

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