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Ortsumgehung B 206 : Freie Fahrt für Traktoren und Co.

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

PS-starke Giganten der Land- und Forstwirtschaft dürfen das Kellinghusener Stadtgebiet jetzt auf der Ortsumgehung B 206 befahren – vorausgesetzt, sie sind für mindestens 40 km/h zugelassen.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Schluss mit klirrenden Vitrinengläsern und einem gefahrvollen Begegnungsverkehr in engen Straßen der Innenstadt: PS-starke Giganten der Land- und Forstwirtschaft dürfen das Stadtgebiet jetzt auf der Ortsumgehung B 206 befahren. Weiße Zusatzschilder unter den blauen „Autostraßen“-Kennzeichen weisen darauf hin. Für Gefährte mit Schneckentempo ist die Strecke allerdings weiterhin tabu. Voraussetzung für die Nutzung ist die Zulassung für eine Geschwindigkeit von mindestens 40 Km/h. Damit endet eine lange Auseinandersetzung um die Öffnung des Mini-Teilstücks zwischen den Kreiseln Mühlenbeker-/ Luisenstraße und Abfahrt Breitenberger Straße. Ausschließlich diese rund 2,7 Kilometer lange 206-Strecke war bislang als Autostraße gekennzeichnet. Ansonsten ist die gesamte Bundesstraße für Verkehrsteilnehmer aller Art freigegeben.

Freuen über die Entscheidung des Verkehrsministeriums dürften sich vor allem die Anlieger innerstädtischer Durchgangsstraßen. Immer größere Traktoren, Hängergespanne und Getreidelaster sprengten zuletzt das Format des alten Straßenbaus. Den modernen Erfordernissen der Landwirtschaft und ihren verwandten Bereichen konnte die Verkehrsplanung aus dem vorigen Jahrhundert nicht mehr gerecht werden. Anwohner fürchteten um den baulichen Bestand ihrer Häuser, Passanten auf zum Teil schmalen Gehwegen sahen sich Gefahren ausgesetzt. „Besonders schlimm war es in der Erntezeit“, weiß Dr. Heinz Seppmann (CDU). Gemeinsam mit der Stadt und dem Amt Kellinghusen setzte sich der stellvertretende Landrat für die neue Regelung ein. „Nach rund zweieinhalb Jahren gab es grünes Licht aus dem Verkehrsministerium, eine vernünftige Entscheidung“, sagt Seppmann.

Ein Lied von der unhaltbaren Situation weiß auch CDU-Ratsherr Simon Schlüter zu singen. Als Landwirt mit Betrieb im Stadtgebiet lenkte er oft genug große Traktoren mit ausladenden Hängern durch schmale Straßen. „Hier hat das kommunalpolitische Ehrenamt etwas für die Bürger erreicht“, unterstreicht Schlüter den Einsatz der Politik vor Ort mit – am Ende - einem Gewinn für alle Beteiligten. Bei aller Freude über die Freigabe der Kurzstrecke mahnen die Politiker zu Besonnenheit: Wichtig sei, dass alle Verkehrsteilnehmer auf dem freigegebenen Teilstück der B 206 Disziplin an den Tag legten. Landwirte, Landhandel und Lohnunternehmer sollten sich auf der Strecke zügig bewegen, Pkw- und Lkw die Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Seppmann: „Alle Verkehrsteilnehmer sollten so umsichtig fahren, wie sie es von der übrigen Strecke der B-206 gewohnt sind.“

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