Neue Brücke in Krummendiek : Freie Fahrt auf historischem Weg

Machen den Weg frei: Gustav Dunker (l.) und Matthias Denninger auf der neuen Luxbrücke.
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Machen den Weg frei: Gustav Dunker (l.) und Matthias Denninger auf der neuen Luxbrücke.

Pünktlich, preiswert und jetzt deutlich stabiler: Die Luxbrücke über die Bekau verbindet wieder Oldendorf mit Krummendiek.

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04. Juni 2018, 05:00 Uhr

Bei dieser öffentlichen Baumaßnahme kamen am Ende alle Beteiligten aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus: deutlich preiswerter als zunächst befürchtet, exakt im Zeitplan und dabei auch noch ein reibungsloses Miteinander zwischen Anlieger (Landwirt Alwin Boie) und Brückenbauern (Peters Bau, Borsfleth). Seit dem Wochenende gibt es mit der Fertigstellung der Luxbrücke auf dem Hofweg – der direkten Verbindung zwischen Krummendiek und Oldendorf – wieder freie Fahrt.

„Für meine Gemeinde war es zunächst einmal ein Schock“, erinnerte Krummendieks Bürgermeister Gustav Dunker an erste Preisangebote für die Totalsanierung des maroden Bauwerks. Zuletzt durfte nicht einmal mehr ein Rettungswagen über die fast schon von Einsturz bedrohte Bekau-Brücke fahren. Die Baukosten hätten den 100 000-Euro-Jahres-Etat der 80-Einwohner-Gemeinde auf Jahre hinaus schwer belastet.

Am Ende sind Gesamtkosten von 300 000 Euro zwar noch immer ein dicker Brocken. Dank ausgeklügelter Fertigbauweise ist die Brücke aber nicht wie befürchtet fast doppelt so teuer geworden. 53 Prozent steuert zudem die Europäische Union bei. Den Rest teilen sich nun Krummendiek und Oldendorf. Dunker und der stellvertretender Oldendorfer Bürgermeister Matthias Denninger gaben gemeinsam mit einem feierlichen Durchschneiden des Bandes den jahrhundertealten Weg wieder frei.

„Die alte Luxbrücke hat sich tapfer gewehrt“, erinnerte Dunker an die Abbauarbeiten. Und beim Rammen von neuen Pfählen, so fügte er schmunzelnd hinzu, habe es in einem Fall große Probleme gegeben – was wohl „an dem vergrabenen Goldschatz Krummendieker Raubritter gelegen hat“. Der Schatz blieb unter der Erde, oberhalb ist nun ein genau 18,69 Meter überspannendes schmuckes Bauwerk aus passgenau vorgefertigten Betonteilen zu sehen. Peters Bau hat sich offenbar mit Erfolg auf dieses preisgünstige System spezialisiert. Mehr als 30 solcher Brücken, so Bauleiter Jan Ratjen, seien schon errichtet worden, zuletzt im Windpark Neuenbrook und die Hühnerbrücke in Engelbrechtsche Wildnis. Statt zuletzt nur noch zwei Tonnen trägt das neue Bauwerk nun bis zu 40 Tonnen. Auf Begeisterung stößt auch das blitzblanke Geländer, in dem übrigens ein Stahlseil versteckt ist, das verhindern soll, das Fahrzeuge bei Unfällen in der Bekau landen. „Jetzt ist es mit der Ruhe wohl vorbei“, blickt Bauer Boie auf die nur zwei Monate währende Bauzeit zurück. Der Hofweg direkt vor seiner Tür ist eine vielgenutzte Abkürzung. Oft werden auch Ortsfremde von ihren Navis hier durchgeleitet. Dafür kann der Landwirt jetzt auch seine Felder auf Oldendorfer Seite wieder bequem erreichen.

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