Auszeichnungen in der Wilstermarsch : Frauen-Pokal für Kudensee

In ihren Gemeinden geht es besonders frauenfreundlich zu (v.l.): Uwe Mehrens (Stördorf), Ulrike Franzen (Aebtissinwisch), Walter Schulz Wilster), Martina Gravert (Kudensee), Hannelore Volchert (Brokdorf) und Andreas Lorenz (Beidenfleth) mit der Gleichstellungsbeauftragten Anke Rohwedder.
In ihren Gemeinden geht es besonders frauenfreundlich zu (v.l.): Uwe Mehrens (Stördorf), Ulrike Franzen (Aebtissinwisch), Walter Schulz Wilster), Martina Gravert (Kudensee), Hannelore Volchert (Brokdorf) und Andreas Lorenz (Beidenfleth) mit der Gleichstellungsbeauftragten Anke Rohwedder.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Wilstermarsch zeichnete frauenfreundliche Gemeinden aus.

shz.de von
07. Juli 2018, 08:00 Uhr

Wenn es um die Kommunalpolitik geht, ist Kudensee die frauenfreundlichste Gemeinde im Amt Wilstermarsch. Zu diesem Ergebnis kommt Gleichstellungsbeauftragte Anke Rohwedder. Sie hatte im Vorfeld der Kommunalwahlen einen Wettbewerb ausgerufen, um den weiblichen Anteil in den Ortsparlamenten auszubauen.

Nach der Wahl hat sie alle Ergebnisse und auch die Kandidatenlisten ausgewertet und ein entsprechendes Ranking ermittelt. Dabei hat Kudensee die Nase klar vorn: In der dortigen Gemeindevertretung wuchs der Frauenanteil von 29 auf 42 Prozent und erreicht damit fast schon das gesellschaftliche Endziel.

„Einige haben das ja als Tüdelkram abgetan. Insgesamt habe ich aber nur positive Resonanz erlebt“, so Anke Rohwedder und fügt hinzu: „Ich glaube ja nicht, dass Frauen alles besser können. Männer können es aber auch nicht.“

Die höchsten weiblichen Zugewinne konnten die Ratsversammlung Wilster (von drei auf sechs Frauen) sowie die Gemeinden Brokdorf und Beidenfleth (jeweils von 2 auf 4) verzeichnen. Und in Stördorf, so freut sich Rohwedder, ist jetzt wenigstens eine Frau dabei, nachdem es zuvor eine reine Männerrunde war.

Mit 36 Prozent Frauenanteil, so die Gleichstellungsbeauftragte weiter, habe St. Margarethen schon vorher gut dagestanden. Mit 42 Prozent aber ist Kudensee unerreicht. „Männer stehen ja auf Wettbewerbe und wollen Pokale haben“, schmunzelt Rohwedder bei der Preisverleihung im Amtsausschuss – und überreicht der Kudenseer Bürgermeisterin Martina Gravert eine glänzende Trophäe. Für alle gab es Urkunden und je einen Präsentkorb mit Naschsachen. Einen Sonderpreis gab es für Aebtissinwisch. Hier steht sogar ein Frauen-Trio an der Spitze – gewählt allerdings nicht über Listen, sondern im Rahmen einer Gemeindeversammlung. Lobend erwähnte sie auch die am paritätischen besetzte Kandidatenliste. Bei der Wewelsflether SPD hatten sich immer abwechselnd Frauen und Männer beworben.

Anke Rohwedder hofft nun, den Anstoß für eine weiter positive Entwicklung in ihrem Sinne gegeben zu haben. „Vielleicht schaut ,Mann’ jetzt ja auch mal, was er vielleicht besser machen kann.“ Angesichts der aktuellen Zahlen und der Entwicklung der vergangenen Jahre geht sie davon aus, dass in 10 bis 15 Jahren die Gleichstellung in der Kommunalpolitik erreicht sein könnte. Sie hat auch schon ihr nächstes Ziel vor Augen: „Vielleicht wird die Wilstermarsch dann ja das frauenfreundlichste Amt in Schleswig-Holstein.“

Auch der neue Amtsvorsteher Delf Sievers ist da zuversichtlich. Schließlich gebe es seit langem ja auch schon eine Bundeskanzlerin. Sievers meint allerdings auch beobachtet zu haben, dass bei Frauen „die Lust zur Mitarbeit in der Kommunalpolitik nicht ganz so ausgeprägt ist“. Von der Brokdorferin Hannelore Volchert gab es da sofort Widerspruch: „Das sehe ich aber ganz anders.“

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