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Frau: Wenn die Lücke nicht passt, suche ich mir eine andere

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 14:47 Uhr

Theoretisch kann ich punkten, aber Einparken von links und dann auch noch rückwärts-seitwärts – das ist nicht meine Stärke. „Sie müssen viel weiter vorfahren und früher einschlagen“, erklärt mir Olaf Klanke, Fahrsicherheitstrainer, nach dem ersten Selbstversuch. Doch auch die Rückfahrkamera im Auto löst meinen Einparkknoten nicht. Glücklicherweise kann ich mir im Alltag meine Parklücken selbst aussuchen. Treffer versenkt – Klischee voll erfüllt, könnte man denken. Frauen können nicht einparken. Sie können schon. Nur nicht überall, würde ich sagen. Wenn uns eine Lücke nicht passt, dann parken wir halt woanders, bevor ein Lackschaden entsteht. Auch Olaf Klanke glaubt nicht an das Klischee: „Es gibt keine Logik dahinter“, sagt er. Tagesform und Übung machen eher den Meister. Und, ob man das Auto gut kennt.

Ein fremdes Auto ist dann schon etwas ungewohnt. Meine erste Überraschung im Ford Fiesta war: Das Auto hat gar keinen Schlüssel, sondern nur einen Anlasserknopf. Davon abgesehen haben wir uns aber ganz gut vertragen – ich und der kleine Blaue. Selbst die Bremsübung auf nassem Grund meisterten wir, nach meinem Empfinden, passabel. Man fährt aus etwa 80 Metern Entfernung auf eine Hütchengasse zu. Vom Bremspunkt an bleiben etwa 15 Meter, um einem Hindernis vollbremsend auszuweichen. Bei 45 km/h erfordert das schon Lenkarbeit.

Ich habe mir vorgestellt, mir läuft in der Ortschaft ein Kind auf die Straße. Da ist es schon ein gutes Gefühl zu wissen, wie das Fahrzeug in so einem Fall reagiert. Die Nässe simulierte das Fahrverhalten auf einer festgefahrenen Schneedecke. Selbst dann das Fahrzeug sicher zum Stehen zu bringen, ist ein tolles Gefühl. Gern hätte ich auch mein eigenes Fahrzeug getestet.

„Ganz wichtig ist, das Lenkrad so sachte wie möglich zu bewegen und dann Nerven behalten“, erklärt Bernd Klintwart die Herausforderung. Zur Geschwindigkeit sagt er, dass wenige Stundenkilometer einen großen Unterschied machen. Das spüre ich im Selbstversuch und nehme mit, wie wichtig es ist, die Richtgeschwindigkeit in Ortschaften einzuhalten.

Präzisionsarbeit erforderte die Dartscheibenübung. Die hatte ich mir actionreich vorgestellt. Doch man fährt dabei lässig im Schritttempo und braucht nicht mal den Gurt anzulegen. Es geht darum eine am Vorderrad montierte Stange, die sich für den Fahrer im toten Winkel befindet, über einer Dartscheibe zu platzieren. Immerhin habe ich 40 Punkte geholt. Ich ziehe fast gleich mit dem Kollegen – mit 50 Punkten und Zweitfahrerbonus.

Dafür macht mir theoretisch keiner was vor. Zugegeben: Ich habe geübt. Doch das ist recht und billig. Mit zehn zu 28 Fehlerpunkten ging diese Runde an mich. Der Kommentar von Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat lief dann auch wie Öl herunter: „Zurück fährt wohl besser die Frau.“

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