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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 02:13 Uhr

Franzosen essen nicht auf der Straße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Frankreichs kleinstes Kulturinstitut machte Station in Wilster – um Gemeinschaftsschülern die Sprache des Nachbarlands schmackhaft zu machen

Das France-Mobil ist das wohl kleinste französische Kulturinstitut. Seit Anfang September sind zwölf französische Lektoren mit je einem Renault-Kangoo in ganz Deutschland unterwegs, um ein Jahr lang Schüler der 6. Klassen spielerisch für die französische Sprache zu begeistern. Das gelang jetzt auch an der Gemeinschaftsschule Wilster, als die Lektorin Amandine Juan einen Vormittag lang die Zwölf- und 13-Jährigen aus drei 6. Klassen mit Charme, Bonjour, Salut und freundlichem Winken zum fröhlichen Coucou begrüßte.

Das französische Alphabet und ein Farbenspiel mit Vert (Grün), Bleu (Blau), Rouge (Rot) und Noir (Schwarz) sorgte für viel Heiterkeit bei den Schülern, die mit ihrer Französischlehrerin Gabriele Schwarz an dem spielerischen Sprachunterricht teilnahmen.

Interessiert befragten die Jugendlichen, dann allerdings auf Deutsch, die junge Französin nach dem Alltag in ihrer Heimat. „Die Franzosen frühstücken nur süß mit Croissant, Marmelade und Honig“, lautete ihre Antwort, die mit Begeisterung zur Kenntnis genommen wurde. Weniger nach dem Geschmack der deutschen Jugend war allerdings die Aussage, dass der Franzose außer Schokolade kaum nascht und nur drei Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt: Frühstück, Mittag- und Abendessen. „Und der Franzose isst nur am Tisch und nicht auf der Straße“, lobte Amandine Juan. Sie ist Pariserin und lebt seit drei Jahren in Hamburg.

Die Aufgabe als Lektorin macht ihr viel Freude. Die bundesweit tätigen zwölf Lektoren vermitteln den Schülern, aber auch Lehrern und Eltern ein zeitgemäßes Frankreichbild und liefern Informationen zur Fremdsprachenwahl. In den vergangenen 13 Jahren hat das Programm mit seinen Aktionen und Angeboten bundesweit mehr als eine Million Schüler an gut 12  300 Schulen erreicht. Die zahlreichen Anfragen in Deutschland zeugen vom Erfolg der rollenden Kulturinstitute.

Das Programm France-Mobil wurde 2002 von der Robert-Bosch-Stiftung und der französischen Botschaft in Berlin ins Leben gerufen. Die Renault Deutschland AG stellt die Fahrzeuge zur Verfügung, mit denen die Lektoren Kindergärten, Grund-, Real- und Berufsschulen sowie Gymnasien in ganz Deutschland ansteuern. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und des französischen Ministers für Jugend, Bildung und Forschung.

France-Mobil in Deutschland und dessen Pendant in Frankreich wurden 2004 für ihr vorbildliches Engagement in der deutsch-französischen Zusammenarbeit mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis ausgezeichnet. Hauptpartner des Programms sind das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das Institut Francais Deutschland, die Robert-Bosch-Stiftung und Renault Deutschland.

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erstellt am 16.Okt.2015 | 17:40 Uhr

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