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Norddeutsche Rundschau

22. November 2017 | 16:03 Uhr

Frankenstein ohne Horror

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Horror im Jugendtheater! Die Burghofbühne Dinslaken gastierte mit Stefan Eys Stück „Frankenstein“ im gut besetzten Studio. Für die Kinder und Jugendlichen wird der Gruselfaktor in dieser Inszenierung bewusst gebrochen, indem der Autor eine Rahmenhandlung konstruiert. Diese zeigt einen Pathologen, der zunächst die Leiche des Victor Frankenstein fleddert, bevor er sich an die Untersuchung der Todesursache macht.

Daran orientiert, erzählt das Stück die Geschichte vom ehrgeizigen Studenten und Wissenschaftler Frankenstein, der aus Leichenteilen sein Monster schafft, das dessen Familie und überhaupt die ganze Welt terrorisiert, bevor es seinen Schöpfer umbringt, der dann auf dem Seziertisch des besagten Pathologen landet.

Stefan Ey will jugendgerecht gruseln, aber ein Skelett auf der Bühne löst keinen Schauer mehr aus, sondern eignet sich eher als Witzbild für ein Selfie. Ebenso die Puppenleiche. Mit diesen Bühnenrequisiten muss der Schauspieler Daniele Nese die Herausforderungen der Ein-Mann-Inszenierung meistern. Er muss nicht nur in eine Vielzahl von Rollen schlüpfen, sondern auch die rückblickenden Zeit- und Ortswechsel verdeutlichen. Doch so sehr er sich auch bemühte, das konnte ihm nicht gelingen. Denn es müssen viel zu viele Erzählelemente eingefügt werden, die immerzu den Rückgriff in das Hier und Jetzt des Pathologen erfordern. Da kann man als Zuschauer ganz schön durcheinander kommen.

Fazit: Trotz Skelett, Leiche und Grusellicht kein Horror, es sei denn, dass das permanente Schreien des Monsters als solches empfunden wurde.

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