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Vertrag : Frank Raether: Zukunft geht nur mit den Feuerwehren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreiswehrführer unterstreicht in der Jahresversammlung die Bedeutung der Blauröcke für die Gesellschaft

Nach der positiven Entscheidung durch den Steinburger Kreistag am Vorabend hat auch der Kreisfeuerwehrverband am Donnerstagabend auf seiner Hauptversammlung im Colosseum Wilster einer Änderung des gemeinsam geschlossenen öffentlich-rechtlichen Vertrages einmütig zugestimmt. Damit wird eine vorzeitige Vertragskündigung der Vereinbarung ermöglicht – einzig mit dem Ziel, den Vertrag den heutigen Erfordernissen anzupassen. Der neue Vertrag wurde unmittelbar nach der Zustimmung durch die Feuerwehr-Basis noch im Colosseumssaal von Landrat Torsten Wendt und Kreiswehrführer Frank Raether unterzeichnet.

Der Kreiswehrführer begrüßte neben 123 Delegierten aus den Feuerwehren des Kreises Steinburg zahlreiche Gäste, an ihrer Spitze Kreispräsident Peter Labendowicz und Landrat Torsten Wendt, Wilsters stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Seddig und der stellvertretende Landesbrandmeister Ralf Thomsen.

Im Kreis Steinburg, so bemerkte Frank Raether in seinem Jahresbericht, sei man im vergangenen Jahr an Naturkatastrophen gerade noch vorbeigeschrammt. Damit wies er auf das bedrohliche Weihnachtshochwasser im Raum Kellinghusen/Wrist hin. Dennoch hätten die Wehren neben einer Vielzahl von Wohnungsbränden, Verkehrs- und Gefahrgutunfällen sowie Autobränden auch zu zwei Großereignissen ausrücken müssen: die Gasexplosion in der Itzehoer Schützenstraße und das Großfeuer im Gewerbebetrieb Müller in Edendorf. „Ohne nachbarliche Löschhilfe ist Brandschutz heute kaum noch denkbar“, unterstrich der Kreiswehrführer.

So rückten die Feuerwehren zu 494 Löscheinsätzen nach Bränden und Explosionen aus. Davon wurden 207 Einsätze mit Unterstützung benachbarter Wehren gefahren. Raether betonte aber auch: „Mit einem leichten Plus von 25 neuen Mitgliedern in den Einsatz- und Reserveabteilungen unserer Feuerwehren können wir auch weiterhin die Brandbekämpfung und technische Hilfe sicherstellen.“ Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Mitgliederzahl der Aktiven im Jahr 2014 von 3318 auf 3343 erhöht. Hinzu kommen, wie Kreisjugendfeuerwehrwart Olaf Nagel ergänzte, 587 Nachwuchsfeuerwehrleute in den Jugendfeuerwehren. Im Jahr zuvor waren es 579 gewesen. „In der Mitgliederstärke sind wir gut aufgestellt“, sagte Frank Raether. Er bewertete den Mitgliederzuwachs angesichts der zeitgleich weiter gesunkenen Einwohnerzahl im Kreis Steinburg als besonders bemerkenswert.

Frank Raether verwies auf die Bedeutung der Feuerwehren als Kulturträger und Bewahrer von Traditionen. Im vergangenen Jahr habe der Kreis Steinburg umfangreiche Investitionen für die Feuerwehren getätigt, insbesondere für die Fertigstellung des Katastrophenschutzzentrums in Nordoe sowie für die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen mit Wechselladersystem. Bis zum Jahr 2016 sollten weitere Investitionen von rund 110  000 Mark in die Unfallrettung folgen.

Der Kreisfeuerwehrverband wolle sich organisatorisch als kommunaler Arbeitgeber strukturieren und trete gegen eine Verlagerung von Aufgaben an Nachbarkreise ein. „Wir wollen keine Mehrarbeit im Ehrenamt und keine Kosten durch Leistungen von Drittanbietern“, sagte Raether und fuhr fort: „Wir wollen einheitliche Sicherheitsstandards. Zukunft geht nur mit den Feuerwehren!“

Kreispräsident Peter Labendowicz versprach sich in seinem Grußwort nachhaltige Verbesserungen durch die in diesem Jahr geplante Einführung des Digitalfunks und eines elektronischen Lage- und Einsatzführungssystems gemeinsam mit den Kreisen Dithmarschen und Pinneberg. Das gute Miteinander mit den Feuerwehren stellte Polizeidirektor Kai Szimmuck fest und sprach von einer „tollen Zusammenarbeit“ bei dem Explosionsunglück in der Schützenstraße und beim Wacken Open Air. Nach den Ereignissen um die Einweihung der EZB in Frankfurt versicherte der Polizeisprecher, dass man gegen derartige Ausschreitungen im Kreis Steinburg „konsequent und mit aller Härte“ vorgehen werde.

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