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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 20:17 Uhr

Poyenberg : Folk-Fest für die ganze Familie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tausende Fans feiern in entspannter Atmosphäre beim Open-Air in Poyenberg / Sieben Bands sorgen für mitreißende Musik

Folk-Musik ist immer einen Besuch wert. Wenn sie gut gemacht ist, geht sie über die Ohren direkt ins Herz und in die Füße. Aber ist es wirklich nur die „Mucke“, die das Irish Folk Open-Air in Poyenberg so erfolgreich macht? Dass es noch etwas anderes sein muss, das Jahr für Jahr fast 10  000 Besucher in das Dorf lockt und aus dem Open-Air das größte Folk-Festival Deutschlands gemacht hat, ist schon vor den Toren zu spüren. Die Anfahrt: problemlos. Das Einchecken: unkompliziert. Das Warten auf den Einlass: fröhlich. Und als das Tor geöffnet wird, geht es – angeführt von Dudelsack-Klängen – ganz entspannt aufs Gelände.

Da tummeln sich Besucher vom Baby bis zum Senior, Fremde feiern mit Einheimischen. Für Essen und Getränke zum fairen Preis sorgen Vereine und Gruppen aus der Region, die mit viel Engagement und Liebe zum Detail den internationalen Markt bestücken. Gallien füllen zum Beispiel die Jagdhornbläser aus Poyenberg mit Leben. Als Obelix samt geschultertem Wildschwein ist Jens Gerstandt unterwegs. „Wenn ich los fahre, denke ich jedesmal, dass ich bekloppt bin – aber wenn ich hier bin, ist alles gut“, sagt er und posiert für Erinnerungsfotos.

„Die Atmosphäre ist super“, meint Sabrina aus Hüsby, die mit ihren Freundinnen zum vierten Mal dabei ist. „Es ist alles toll organisiert, nicht so riesig und nicht so kommerziell – einfach schön“, sagt sie, als sie an einem der Stände einen Ritter-Helm aufprobiert.

„Es ist familiär, man trifft immer Bekannte“, bestätigen Mark und Jan aus Itzehoe. Und auch Dennis aus Kassel und Alina aus München, die zum ersten Mal da sind, sind sofort begeistert. „Das ist eine ganz sympathische Gesellschaft, auch die Altersmischung ist interessant“, meint Dennis und hat noch ein Extra-Lob für den Bully-Club als Veranstalter: „Dass auf dem Campingplatz regelmäßig der Müll eingesammelt wird, tut der Sauberkeit sehr gut. Das ist ein geiler Bonus.“ Alina hat nur einen einzigen kleinen Kritikpunkt: „Es ist ein bisschen schade, dass man vorher nicht weiß, wann welche Band spielt.“

Einer der jüngsten Besucher ist Aiden (6 Monate). Schalldicht verpackt mit Ohrschützern, die extra beim Hörgeräteakustiker gekauft wurden, verfolgt er das Geschehen auf dem Arm von Papa Julien. „Er findet das sehr aufregend“, sagt Mama Leidy. Und auch Schwester Minerva gefällt „alles gut“.

Sonja Franzen aus Süderhackstedt freut sich „wie Bolle“, dass sie es nach einigen erfolglosen Jahren endlich mal geschafft hat, Karten zu ergattern. „Es ist einfach klasse!“ Und selbst als kurz nach 21 Uhr Regen einsetzt, lässt sich niemand die Laune verderben. Wie Heike aus Glückstadt hatten viele Besucher vorgesorgt und Regencape und Schirm dabei. „Es ist hier ziemlich kalt und oft regnet es“, weiß sie aus Erfahrung.

Und die Musik? Für die hat sich der Besuch natürlich auch gelohnt. Skipinnish, Na Fianna, Skerryvore, Celtica, Cobblestones, The Sally Gardens und The O’Reillys and the Paddyhats liefern einen Querschnitt dessen, was Folk-Musik hergibt – mit Highlights nicht nur für die Ohren, sondern auch fürs Auge. Dudelsack, Feuershow, Pipes und Irish Dance, traditionelle Songs und neue Arrangements – da ist wirklich für jeden was dabei. Dass sich das Warten bis zu ihrem Bühnen-Auftritt um 2 Uhr lohnen würde, hatten The O’Reillys and the Paddyhats schon zum Auftakt vor dem Schottland-Stand des Bully-Clubs gezeigt. Witzige Typen, mitreißende Musik, klasse Show – besser kann man Folk kaum präsentieren.

Für das Team des Bully-Clubs ist die Verschnaufpause nach dem tagelangen Aufbau jetzt nur kurz. Die Planungen für das 17. Irish Folk Open-Air in 2017 laufen. Manchmal frage man sich, warum man das alles mache, sagte Vorsitzender Stefan Jürgensen. Am Festival-Abend ist diese Frage vergessen: „Wenn ich hier stehe und mich umschaue, dann weiß ich warum.“

 

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erstellt am 13.Jun.2016 | 17:45 Uhr

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