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Sanierungsbedarf : Förderverein will Drager Freibad retten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Betriebskosten und großer Sanierungsbedarf stellen Zukunft des kleinsten Steinburger Freibades in Frage. Ein Förderverein soll helfen.

von
erstellt am 21.Jan.2014 | 16:30 Uhr

Ist es mit der Strand-Idylle am Waldrand des 250-Seelen-Dörfchens bald vorbei? Seit 1970 unterhält der Ort zusammen mit der Nachbargemeinde Hohenaspe ein kleines Freibad. Wegen rückläufiger Besucherzahlen und einer dringend nötigen Sanierung könnte es bald geschlossen werden. Das wollen engagierte Bürger aber verhindern. Dafür hat sich jetzt ein Förderverein gebildet. Erklärtes Ziel: Das kleine Freibad soll breit unterstützt werden, um zumindest die Kosten für den laufenden Betrieb aufbringen zu können. Der Förderverein Schwimmbad Drage will dafür möglichst viele Unterstützer mit ins Boot holen. Angesprochen sind bereits die Landjugend Steinburger Geest und die Hohenasper Jugendfeuerwehr.

In den vergangenen Jahren stand das Drager Freibad immer wieder wegen der Finanzierung im Blickpunkt. Tatsächlich verschlingt die Einrichtung schon jetzt etwa 20 000 Euro im Jahr. 80 Prozent des Betrags liegen bei der Gemeinde Hohenaspe, die mit 2000 Einwohnern wesentlich größer als Drage ist. Bei aktuell etwa 1000 Badegästen im Jahr werde also jeder Besucher mit einem Betrag von 20 Euro subventioniert, gibt Volker Tüxen vom Amt Itzehoe-Land zu bedenken. Im Rahmen von Einsparungen stehe das Freibad ganz oben auf der Liste von Zuwendungen, die die Gemeinde streichen könne, sagt Hohenaspes Bürgermeister Hans-Georg Wendrich.

Hinzu kommt, dass laut Volker Tüxen „dringender Sanierungsbedarf im großen Stil“ besteht: Das Umkleidegebäude hat kein Fundament und deshalb erhebliche Schäden, und die Anlage zur Aufbereitung des Wassers ist altersschwach. Geschätzte Kosten: 200 000 Euro. Angesichts knapper Kassen ist das für die beiden Gemeinden ein utopischer Betrag.

Die Amtsverwaltung wird in den nächsten Monaten prüfen, ob die Umrüstung der Anlage zum Naturschwimmbad eine sinnvolle Alternative wäre. Denkbar wäre auch, die Trägerschaft ganz einem Verein zu übergeben und es zu einem „Schlüsselbad“ zu machen, zu dem nur die Mitglieder Zutritt haben. Ein ähnliches Modell gibt es bereits in Oldendorf. „Wir versuchen, kreativ an dem Thema zu arbeiten“, sagt Volker Tüxen vom Amt, „aber wir müssen auch die Kirche im Dorf lassen.“

Einige Bürger aus Drage wollen der Schließung ihres Kleinods nun aber nicht tatenlos entgegensehen. Johann Stempfle, regelmäßiger Besucher des Bads, hat als einer der ersten die Gründung eines Fördervereins auf die Tagesordnung gesetzt. „Wir wollen nicht nur den Betrieb sichern, sondern auch die Attraktivität erhöhen, damit auch in Zukunft unsere Kinder und die Erwachsenen Freude an diesem Bad haben“, sagt er. Jetzt konnte er Vollzug melden. Die Gründungsversammlung hat stattgefunden. Johann Stempfle wurde dort zum Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterin ist Lisa Lähn, Schatzmeisterin Dorle Jebens Widderich, Schriftführerin Anette Metzner. Zu Schwimmbadbeauftragten wurden Klaus-Peter Janke und Karin Janke gewählt. Den Vorstand komplett machen als Beisitzer Andreas Koch und Niko Ahrens.

Auch eine Vereinssatzung wurde schon verabschiedet. Mitglieder zahlen danach einen jährlichen Beitrag von 60 Euro und erhalten eine privilegierte Familienfreikarte. „Ein Förderverein kann nicht nur etwas für das Schwimmbad bewegen, sondern auch die öffentliche Meinung und damit die Haltung des Gemeinderates beeinflussen“, hofft Stempfle.

Das Drager Freibad wurde 1970 errichtet, nachdem der Gemeinde zuvor das Grundstück zu diesem Zweck geschenkt worden war. Das 25 mal 15 Meter großen Becken mit einer Tiefe von bis zu 3,50 Metern bietet Schwimmern wie Nichtschwimmern im Sommer eine Gelegenheit zur Abkühlung. Auf Liegewiesen können sich die Besucher entspannen, Volleyballfeld und Tischtennisplatten stehen zum Austoben bereit. Die Aufsicht übernimmt seit vielen Jahren ein sechsköpfiges Team. Der Eintritt betrug im vergangenen Sommer für Erwachsene 1,50 Euro, für Kinder 50 Cent.

>Infos und Anmeldung zur Mitgliedschaft im Förderverein bei Johann Stempfle (04893/434) oder Karin Janke (04893/1204).

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