Druckerei : Förderverein für Druckerei Augustin

Politologe Wolfgang Heuer sieht sich  mit Walter Koch (re.)    ein Buch in der Sprache der Hopi-Indianer an.
1 von 4
Politologe Wolfgang Heuer sieht sich mit Walter Koch (re.) ein Buch in der Sprache der Hopi-Indianer an.

J.J. Augustin in Glückstadt: Interessierte für Vereinsgründung sind am 7. Juli willkommen / Ziel ist ein Museum

Avatar_shz von
04. Juli 2014, 05:00 Uhr

„Diese Druckerei ist geschichtsträchtig für Glückstadt. Sie ist ein Kulturerbe“, sagte Stadtmanager Jingkai Shi beim Besuch bei der Druckerei J.J. Augustin. Er sei beeindruckt, wie gut alles erhalten sei. Als einen Höhepunkt nennt er den „Chinesischen Zirkel“. An diesem haben die Setzer mit bis zu 16 000 chinesischen Setzzeichen gearbeitet.

Der Stadtmanager war an einem Tag in der Druckerei, an dem es zwei Anlässe gab: Die Inhaber Cornelia und Michael Reimers gaben bekannt, dass ein Förderverein gegründet werden soll. Interessierte sind eingeladen am Montag, 7. Juli, um 19 Uhr in die Druckerei zur Gründerversammlung zu kommen. „Wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagte Michael Reimers zur Finanzierung eines Museums.

Der zweite Anlass: Walter Koch von der Hannah-Ahrendt-Bibliothek aus Hannover stellte seine neue Broschüre vor, die bei Augustin bedruckt wird. Walter Koch ist seit Jahren ein Befürworter des Erhalts der historischen Bleisetzerei in der Druckerei, zu der auch historische Maschinen gehören und ein großer Bestand an Büchern.

Es war Heinrich Wilhelm Augustin (1878-1938), der die Druckerei weltbekannt machte. Bei J.J. Augustin wurde unter anderem in Arabisch, Syrisch, Persisch, Malaiisch, Sanskrit und Tibetisch gesetzt. In 108 Schriften wurden Bücher gedruckt – wissenschaftliche, aber auch Reden für das englische Königshaus. Koch: „Wir wollen ein Weltkulturerbe erhalten.“ Ziel sei das Projekt Museum.

Koch hatte Besuch mitgebracht. Mit dabei war unter anderem Dr. Jürgen Bönig, Mitarbeiter vom Museum für Arbeit in Hamburg. Auch der Wissenschaftler will zur Gründungsversammlung kommen. „Glückstadt hat viele Ecken und Kanten“, sagte er zu den finanziellen Hindernissen.

Auch Schriftsteller Oskar Ansull war begeistert von dem Fundus an Büchern, weiß aber auch um die finanziellen Probleme der Stadt, ein Museum zu finanzieren. „Augustin hat Glückstadt etwas mehr hinterlassen als die Stadt verkraften kann.“ Dabei sei bei der Stadtgründung „der globale Gedanke“ entscheidend gewesen. Und auch Wilhelm Augustin hätte mit seiner Arbeit global gelebt und gedacht. Von seinen Reisen hätte er die Idee mitgebracht, in fremden Sprachen zu drucken.

Sprachwissenschaftlerin Dr. Amalia Sdroulia war beeindruckt „von dem Schatz, der noch nicht entdeckt wurde“. Sie kann sich vorstellen, wie in einem Augustin-Museum gearbeitet werden kann: „Es könnten unter anderem Bücher für Kinder gedruckt werden.“

>Infos: Druckerei Augustin, 04124/2044

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen