Boskamp-Stiftung : Förderpreisträger stehen fest: Tonio Kröger und die Gruppe Call

Die Förderpreisträger 2014 der Arthur Boskamp-Stiftung: Tonio Kröger (links) und die Gruppe Call: Ida Lennartsson, Anna Steinert (vorne) und Gitte Jabs.
1 von 2
Die Förderpreisträger 2014 der Arthur Boskamp-Stiftung: Tonio Kröger (links) und die Gruppe Call: Ida Lennartsson, Anna Steinert (vorne) und Gitte Jabs.

Künstler setzen sich gegen hundert Bewerber um Hohenlockstedter Förderpreis durch

shz.de von
24. April 2014, 17:00 Uhr

Zum achten Mal vergab die Arthur Boskamp-Stiftung jetzt ihre alljährlichen zwei Förderpreise. Stiftungsvorsitzende Dr. Ulrike Boskamp überreichte dazu symbolisch zwei Riesen-Schokohasen an Tonio Kröner und die Gruppe „Call“. Beide überzeugten eine Fachjury mit ihrer Arbeit und stachen damit etwa 100 andere Bewerber aus.

Die M.1-Kuratorin Annette Hans stellte anschließend beide Preisträger kurz vor: Die Gruppe „Call“ fand sich 2012 durch einen offenen Aufruf zusammen – daher der Name -, um ein Magazin zu entwickeln und setzt sich zurzeit aus Aktiven primär aus Hamburg zusammen. Hauptfokus liege auf der Sichtbarkeit von Künstlerinnen, wie Anna Steinert im Gespräch erläuterte. Sie nahm mit Ida Lennartsson und Gitta Jabs den Preis für die Gruppe „Call“ entgegen. Es fehlten Cathrin Ulikowsky und Verena Issel.

Die Basis -Arbeit der Gruppe findet statt in der so genannten „Kitchen-Class“, einem ungezwungenen Beisammensein in Küchenatmosphäre. „Das läuft unhierarchisch und partizipatorisch. Da entstehen die besten Ideen!“, weiß Anna Steinert. Als Realisation des Förderpreises sind Aufrufe zu verschiedenen künstlerischen Aktionen geplant, um die M.1-Räume zu nutzen. Für ein zweites Magazin wird die Gruppe noch erweitert.

Der zweite Preisträger, Tonio Kröner, studierte Malerei und arbeitet inzwischen nur noch entfernt mit klassischen Techniken. Er kam jetzt direkt aus Brüssel, wo er zurzeit auf Einladung der Kunsthalle Wiels als „Artist in Residence“, mit Unterstützung durch das Goethe-Institut, arbeitet. Zur Preisvergabe bot er in der großen Halle inmitten seiner Installation eine dramatische Lesung. Unter dem Titel „Das Wetter der Erde, vom Saturn aus gesehen“ bot er in vier Teilen verschiedene englische und deutsche Texte aus einem fiktiven Theaterstück, einer Marketingbroschüre, einer Liedidee und einem 1:1-Dialog aus dem letzten Batmanfilm. Sein Lieblingsbegriff lautet „Spannung“ und verweist auf Zwischenräume, Bewegung und Kräfte, aber auch auf daraus entstehende Selbstwahrnehmung und Stärke.

Das Thema des diesjährigen Förderpreises umkreiste die Thematik „Out of Focus“ und findet sich in den Konzepten beider Preisträger wieder, die durch ihre Kunst auf der Suche sind und den Rezipienten selbst in Bewegung bringen wollen. Neben einem Preisgeld von 2000 Euro erhalten die Ausgezeichneten mehrere Monate die Möglichkeit, im M.1 zu wohnen und zu arbeiten.Im Herbst finden dann die Präsentation der Prozesse/Ergebnisse und die dazu gehörende Publikation statt.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen