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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 23:14 Uhr

Bauprojekte : Fördergelder gegen Stolpersteine

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstadt beantragt Gelder beim Innenministerium: Markt, Kremper Straße und Jungfernstieg sollen begehbarer werden.

Ein Gang durch die Fußgängerzone kann für einen Senior mit Rollator zum Hindernislauf werden. Auf den Gehsteigen stehen Ständer mit Kleidung, ein Stück weiter Tische und Stühle, auf der anderen Seite Kundenstopper mit Werbung. Was die Fußgängerzone von anderen unterscheidet: Wegen des Denkmalschutzes gibt es keine durchgehende Pflasterung. Ein Grund für die Stadt, sich des Themas anzunehmen. Das Gleiche gilt für die Kopfsteinpflasterung auf dem Marktplatz und am Jungfernstieg.

Diese Bereiche möchte die Stadt so gestalten, dass sie künftig barrierefrei sind. Dafür werden laut jüngstem Stadtvertreterbeschluss Gelder aus Städtebaufördermitteln beim Innenministerium in Kiel beantragt. Wie die neue Gestaltung aussehen soll, wenn das Okay aus Kiel da ist, ist noch unklar. „Wir müssen dann abstimmen, welche Lösung wir nehmen“, sagt Bauamtsleiter Lüder Busch. Eingebunden werden neben der Denkmalschützerin Beate von Malottky auch die zwei Gutachterinnen Mone Böcker und Ute Bauer sowie der Seniorenbeirat. Im Bauausschuss werde dann beraten, wie die Flächen neu gepflastert werden sollen, so Busch.

Unstrittig ist dies auch beim Marktplatz, der einst mit Fördergeldern neu gestaltet wurde. 25 Jahre lang durfte er danach nicht verändert werden. Und auch in Kiel hat ein Umdenken stattgefunden, wenn es um Barrierefreiheit geht. „Das Innenministerium sieht inzwischen Handlungsbedarf“, erklärt Busch. Auf dem Kopfsteinpflaster haben vor allem Menschen mit Rollatoren Probleme, ebenso Rollstuhlfahrer, die aufgrund der schmalen Räder des Rollstuhles schnell stecken bleiben.

Am Jungfernstieg ist das Problem ähnlich. „Das ist die Route der Bewohner vom Seniorenwohnen zur Stadt“, unterstreicht Busch den Handlungsbedarf. Auch da sei die Gestaltung offen. Hinzu kommt noch der Übergang am Ende der Deichstraße hin zur Hafenpromenade.

Eigentlich steht für den promovierten Fachbereichsleiter fest: „Wir wollen 2016 bauen.“ Doch wie auch bei anderen Projekten ist unklar, wann es eine Antwort aus dem Ministerium geben wird. Zum Konzept gehört auch der Ausbau der Gehwege am Fleth (wir berichteten). Für alle Einzelmaßnahmen zusammen – barrierearmer Ausbau von Straßen, Wegen und Plätzen inklusive Ausbau von Sitzgelegenheiten – hat die Stadt bisher rund 600 000 Euro veranschlagt. Diese werden jetzt offiziell im Rahmen des Zukunftskonzepts Daseinsvorsorge und „Barrierearmes Glückstadt“ aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ in Kiel beantragt. Zum Stadt-Programm gehört zudem der Umbau des Rathauses. Eigentlich hätten die Arbeiten im Herbst beginnen sollen – so der ursprüngliche Plan. Doch noch gibt es keine Zusage aus Kiel, und dann fehlen auch noch die Ausschreibungen der geplanten Gewerke. Lüder Busch kann keine Prognose abgeben, wann das Projekt umgesetzt werden kann. Er kann nur abwarten.

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