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Gute Nachricht : Fördergeld für schlummernde Schätze

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Landesamt für Denkmalpflege bewilligt Zuschuss für Mehrkosten bei Rathaussanierung und stellt Mittel für Restaurationsarbeiten in Aussicht.

Bei den Sanierungsarbeiten am Neuen Rathaus wurden weitere Schäden am Gebäude festgestellt. Darum befassten sich am Mittwochabend die Mitglieder des Bauausschusses unter Vorsitz von Sven Horstmann mit der Erweiterung der Baumaßnahmen. Bürgermeister Walter Schulz musste per Eilentscheidung die Aufträge an die entsprechenden Firmen geben. Denn: Die in den Außenwänden aufliegenden Köpfe der Balkenlage der Erdgeschossdecke erwiesen sich als stark angegriffen, die Tragfähigkeit war nicht mehr gewährleistet, heißt es dazu in der Vorlage der Bauverwaltung.

In Zusammenarbeit mit Architektin, Statiker und Denkmalschutz sei ein Konzept entwickelt worden, die Balkenköpfe auf der Gebäuderückseite zu sanieren. Erleichtert nahmen die Ausschussmitglieder zur Kenntnis, dass die Denkmalpflege in Kiel kurzfristig in Aussicht gestellt hatte, die zu erwartenden Mehrkosten für die Balkenkopfsanierung von zirka 40 000 Euro zu tragen. Umgehend wurde Ende Juli ein Förderantrag gestellt, der Zuwendungsbescheid erfolgte urlaubsbedingt erst Ende August. Doch Dr. Berthold Köster vom Landesamt für Denkmalpflege erteilte den vorzeitigen Baubeginn, und so konnten bereits Zimmerer- und Maurerarbeiten vergeben werden. Größte Eile war geboten, weil die Maurerarbeiten vier Wochen vor dem ersten Frost abgeschlossen sein müssen.

Und noch eine positive Nachricht gab es aus Richtung Denkmalpflege: Dr. Köster stellte Anfang September weitere Fördergelder noch in diesem Jahr in Aussicht – 60 000 bis 65 000 Euro für die Restaurierung der historisch hochwertigen, zurzeit noch verdeckten Ausmalungen an den Wänden des Gartensaales. Restaurator Jarek Kulicki hat für die Restaurierung eine Kostenschätzung von rund 79 000 Euro vorgelegt, die ersten Arbeiten sollen in einem großen Bauabschnitt in den nächsten Monaten und einem kleineren im nächsten Jahr erfolgen. Für den Differenzbetrag stellte das Landesamt in 2015 ebenfalls die Förderung in Aussicht. Dr. Köster habe sich regelrecht in das Neue Rathaus „verliebt“, beschrieb Bürgermesiter Walter Schulz seinen Eindruck. Begeistert habe er die freigelegte Malerei aus der Zeit um 1900 begutachtet. Überhaupt: In Schleswig-Holstein gebe es kein barockes Gutsgebäude, das so gut erhalten sei. Das Neue Rathaus berge „schlummernde Schätze“, womit er auch auf die noch im Original erhaltenen Schrankmalereien im Obergeschoss einging. Das allein würde touristisch der Stadt eine ganze Menge bringen, fügte Bürgermeister Schulz hinzu. Vielleicht, so fuhr er fort, „haben wir das große Glück, dass in künftigen Jahren mehr Mittel fließen werden“. Ein großes Kompliment richtete er an Architektin Christine Scheer. Sie habe eine „tolle Dokumentation“ verfasst – auch schon bei der Sanierung des Alten Rathauses –, die fach- und geschichtsbezogen fundiert sei. „Das ist ein absoluter Glücksfall, wir können froh sein, dass wir sie haben.“ Gleiches Lob ging auch an Matthias Carstens von der Bauabteilung des Amtes. Die Zusammenarbeit sei exzellent. Und Wilster könne sich glücklich schätzen, dass das Landesamt sich so aktiv beteilige. Dem stimmte Holger Stamm zu, auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Fördervereins Historische Rathäuser. Viele Besucher auch von weit her kämen gezielt in die Marschenstadt, um sich die Baudenkmäler anzusehen. Besonders auch mit der restaurierten Wandmalerei würde man noch ein besonderes Pfund haben, um Touristen in die Stadt zu locken.

Da widersprach niemand, einmütig stimmten die Bauausschussmitglieder auch dafür, das der Bürgermeister ermächtigt werde, den Auftrag für die Restaurierung des Gartensaals zu erteilen, wenn der entsprechende Zuwendungsbescheid der Denkmalpflege vorliegt.


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erstellt am 19.Sep.2014 | 05:10 Uhr

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