Freibad in Brokdorf : Fördergeld für Millionenprojekt

Das Freibad Brokdorf soll saniert werden.
Das Freibad Brokdorf soll saniert werden.

Dank einer fertigen Planung für die Freibadsanierung hofft Brokdorf auf eine kräftige Finanzspritze vom Bund.

shz.de von
21. August 2018, 12:24 Uhr

Mehr als zwei Jahre schiebt Brokdorf die Pläne für eine Sanierung des Freibads vor sich her. Jetzt aber geht es Schlag auf Schlag. Weil der Bund Fördermittel von 100 Millionen Euro für die Jahre 2019 bis 2222 aufgelegt hat, könnte die Gemeinde Brokdorf für das Drei-Millionen-Euro-Projekt einen Zuschuss über 45 Prozent der Netto-Baukosten erhalten. „Das kommt für uns gerade zum richtigen Zeitpunkt“, stellte Roman Stöckmann aus dem Bauamt des Amtes Wilstermarsch auf den jüngsten Sitzungen des Brokdorfer Bauausschusses und der Gemeindevertretung fest.

Es war Bürgermeisterin Elke Göttsche, die eine kurze Pressemeldung über das aktuelle Förderprogramm für Sportplätze, Turnhallen, Schwimmhallen und Freibäder in unserer Zeitung gelesen hatte und deshalb sofort die Verwaltung informierte. „Es ist eine enge Geschichte hinsichtlich der Zeitschiene“, gibt Stöckmann zu bedenken. Doch könnten die Termine noch eingehalten werden, weil Brokdorf auf fertige Pläne seiner Architekten zurückgreifen kann. So könnte die Gemeinde in den Genuss dieses „kleinen Bontjes“ des Bundes kommen.

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Jörg Schmidt, weist darauf hin, dass die erforderlichen Mittel der Gemeinde im Haushalt 2019 bereitgestellt seien. Das Bad sei schon jetzt stark renovierungsbedürftig. Auf eine Frage der Abgeordneten Hannelore Volchert bestätigte Schmidt: „Wenn wir das Freibad sanieren wollen, werden wir es auch ohne die Fördermittel tun.“ Diese seien ohnehin nur „ein besonderes Bonbon obendrauf“.

Die Brokdorfer Kommunalpolitiker gehen davon aus, dass der Betrieb im Freibad auch zukünftig einen jährlichen Zuschuss von rund 200 000 Euro benötigen wird. „Wir tragen schließlich eine Verantwortung für unsere Kinder und Jugendlichen und ebenso wie für unsere Senioren“, machte die Abgeordnete Heinke Langbehn klar. Roman Stöckmann ergänzte, es gebe bundesweit kein einziges Freibad, das wirtschaftlich betrieben werde.

Der Bauausschuss war sich schließlich mit vier Stimmen bei einer Enthaltung des bürgerlichen Mitglieds Frank Pfeiffer einig, unmittelbar nach Ende der Badesaison 2019 mit einer Grundsanierung zu beginnen. In diesem Jahr endet die Saison am 8. September. Herzstück der Sanierung ist der Einbau einer Edelstahlauskleidung im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, während ein neues Kinderplanschbecken mit Folie beschichtet werden soll. Aus Kostengründen wird das 25-Meter-Becken eine Schwimmbahn weniger bieten können als bisher. Mit den Edelstahlbecken hat das Freibad in Burg (Dithmarschen) seit rund 25 Jahren beste Erfahrungen gemacht, erfuhren die Brokdorfer bei einer Besichtigung des dortigen Waldschwimmbads.

Die Wasserfläche wird im Schwimmerbecken um rund 100 auf 482 Quadratmeter und im Nichtschwimmerbecken um etwa 50 auf 320 Quadratmeter verkleinert. Für die Grundsanierung sprachen sich neben dem Bauausschuss auch die Gemeindevertretung aus.

Nun also ist Eile geboten: Die Antragsfrist für das Förderprogramm endet schon am 31. August. Bis zum 4. September sind Projektskizzen einzureichen, ehe im Oktober dieses Jahres eine Fachjury die zu fördernden Projekte auswählt. Im Dezember wird schließlich über die Zuwendungsbescheide entschieden. Ein zu enger Zeitrahmen, um noch einen von Ex-Gemeindevertreter Armin Meyer angeregten Bürgerentscheid auf den Weg zu bringen, hielt Elke Göttsche dagegen. Dieser hätte eine Vorlaufzeit von mindestens drei bis vier Monaten. Ohnehin habe es bei der Grundsatzdebatte bereits eine Bürgerbefragung gegeben mit einer deutlichen Befürwortung der geplanten Sanierung.

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