LNG-Terminal in Brunsbüttel : Flüssiggas im großen Stil

Der Hopperbagger „Scheldt River“ ist derzeit im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts auf der Elbe zwischen Cuxhaven und Wedel unterwegs – und wird erneut im Elbehafen bunkern.
Der Hopperbagger „Scheldt River“ ist derzeit im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts auf der Elbe zwischen Cuxhaven und Wedel unterwegs – und wird erneut im Elbehafen bunkern.

Ein Baggerschiff wurde im Elbehafen mit 85 Tonnen LNG betankt: Brunsbüttel Ports unterstreicht den Bedarf für ein Flüssiggasterminal.

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18. Februar 2018, 10:00 Uhr

Ein Zeichen für umweltfreundliche Schiffsbetankung setzte Brunsbüttel Ports jetzt im Elbehafen. Erstmals wurde dort im großen Stil ein Schiff mit Flüssiggas (LNG) bebunkert. „Das war die bis dato deutschlandweit größte Betankung mit LNG“, erklärt Carsten Lorleberg, bei Brunsbüttel Ports Projektleiter für das Thema Flüssiggas bei der Hafengesellschaft.

Allerdings waren dafür fünf Lastwagen erforderlich, die eigens aus Rotterdam nach Brunsbüttel kamen, um den 110 Meter langen Hopperbagger „Scheldt River“ mit 85 Tonnen LNG zu versorgen, zum Teil aus zwei Tank-Lkw gleichzeitig. Für Lorleberg ein Beleg dafür, wie wichtig ein LNG-Terminal in Brunsbüttel wäre. An dessen Realisierung wird emsig gearbeitet, im April wird eine Brunsbütteler Delegation, zu der auch Hafen-Chef Frank Schnabel und Carsten Lorleberg gehören werden, nach Holland fahren, um sich vor Ort über ein Flüssiggas-Terminal zu informieren. Die niederländische Gasunie untersucht gegenwärtig, ob Brunsbüttel der geeignete Standort ist. Unternehmen aus dem Chem Coast-Park wie Yara haben Interesse daran, auf diese Weise günstig mit Gas versorgt zu werden.

Daneben gilt ein Augenmerk den maritimen Kunden. In weiten Teilen der Schifffahrtsbranche werde LNG als der Schiffstreibstoff der Zukunft gesehen, sagt Lorleberg. Durch die starke Emissionsreduzierung im Vergleich zu konventionellen Schiffstreibstoffen gilt das Flüssigerdgas als besonders umweltfreundlich. Durch den Einsatz von LNG könne eine Vielzahl an Emissionen insbesondere von Schwefel, Stickstoff, Rußpartikeln sowie Kohlendioxid signifikant verringert werden. Weiter sagt er: „Die Bebunkerung der ‚Scheldt River‘ im Elbehafen zeigt, dass sich LNG zunehmend in der Schifffahrt als alternativer und umweltfreundlicher Treibstoff etabliert und sich die Bunkervorgänge mit LNG zudem ohne Bedenken in den täglichen Hafenbetrieb integrieren lassen.“

In Brunsbüttel konkretisiert sich die Planung für das erste deutsche Import-Terminal: Gasunie LNG Holding B.V., Oiltanking GmbH und Vopak LNG Holding B.V. haben kürzlich das Joint Venture „German LNG Terminal GmbH“ gegründet. Die favorisiert die Schleusenstadt als Standort. Lorleberg: „Das geplante Terminal eröffnet Möglichkeiten für eine Diversifizierung der Gasversorgungsquellen in Deutschland und erleichtert den Zugang zu LNG als emissionsarmer Treibstoffalternative für Schiffe und Lastkraftwagen.“

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