zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 06:57 Uhr

Flüchtlingsfamilie packt wieder die Koffer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Amt Wilstermarsch ist dieser Fall bislang einmalig: Nach nur einem Tag packte eine siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus dem Irak wieder die Koffer und verschwand fast spurlos. Zurück blieben eine verwaiste Wohnung in Brokdorf – und ein geleerter Kühlschrank.

Angefangen hatte alles wie bei hunderten anderer Flüchtlinge in der Region auch. Das Ehepaar mit fünf kleinen Kindern war aus einer Erstaufnahmeeinrichtung dem Kreis Steinburg zugeteilt worden, der die Familie zur Unterbringung dem Amt Wilstermarsch zuordnete. Eine entsprechende Wohnung im Brokdorfer Ortsteil Siethwende war angemietet worden und fertig zum Bezug.

Zwei Helfer holten die Familie nach Erledigung der Formalitäten am Itzehoer Kreishaus ab. Erste Station war dann die Amtsverwaltung in Wilster, wo die erforderliche Anmeldung erfolgte. In Brokdorf hatten sich bereits Helfer für den Empfang gerüstet, der Kühlschrank in der Wohnung war von einem örtlichen Lebensmittelhändler aufgefüllt worden und eine Erstausstattung an Pflegeutensilien für das Badezimmer war beschafft. Auch die zuständige Grundschule war schon informiert, dass mit Zuwachs an Flüchtlingskindern zu rechnen sei.

Nach nur einer Übernachtung war die Familie wieder verschwunden. Dem Vernehmen nach soll sie zu Fuß nach Glückstadt gelangt sein, um dann weiter zu Verwandten oder Bekannten nach Flensburg zu fahren. Die bescheidenen Habseligkeiten – zahllose Tüten und einen großen Koffer – hatte sie mitgenommen.

Ansprüche auf etwaige Leistungen hat die Familie an ihrem neuen Wohnort nicht. Laut Amtsverwaltung hätte sie bis zum Abschluss des Asylverfahrens die Region allenfalls zu Besuchen verlassen dürfen. Die Miete für die jetzt erst einmal leerstehende Wohnung läuft weiter. Sie könnte allerdings auch für neue Flüchtlinge genutzt werden.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen