Jugendzentrum : Flüchtlingen etwas Hoffnung geben

Kamen zum Fest: Aysegül Erbil mit Ehemann Erbil und Sohn Akin (5).
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Kamen zum Fest: Aysegül Erbil mit Ehemann Erbil und Sohn Akin (5).

Junge Glückstädterinnen organisieren ehrenamtlich ein Sommerfest mit Spielen, Musik und vielen Gesprächen.

shz.de von
25. Juni 2014, 05:00 Uhr

„Wir wollen Menschen, die sich in einer sehr schwierigen Situation befinden, wenigstens eine kleine Freude bereiten“ – so beschreibt Rabia Ergen (20) ihre Motive. Gemeinsam mit fünf jungen Frauen und weiteren Helfern hat die Studentin am Weltflüchtlingstag ein Sommerfest für die in Glückstadt lebenden Flüchtlinge organisiert. „Viele der Familien, die hierher gekommen sind, haben in Syrien oder dem Irak sehr viel Schlimmes erlebt und wissen nun nicht, wie es weiter geht. Für mich ist es selbstverständlich, ein wenig zu helfen und etwas Hoffnung zu geben“, sagt Ergen.

Um dies zu erreichen hatten sich die Organisatorinnen einiges einfallen lassen: Neben Spielen, Kinderschminken und Musik hatten sie im Glückstädter Jugendzentrum für ihre gut 60 Gäste ein reichhaltiges Buffet mit Speisen aus aller Welt aufgebaut. „Trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe wollen wir miteinander leben statt nur nebeneinander. Dazu soll das Fest einen Beitrag leisten“, erklärt die 17-jährige Rabia Atasoy den Gedanken hinter der Veranstaltung.

Entstanden ist die Idee im Rahmen des „Interkulturellen Treffs“. Diesen hatte die Integrationsbeauftragte der Stadt, Katharina Schmidt, im vergangenen Jahr in Folge des Projektes „Kulturelle Teilhabe“, das von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Zusammenarbeit mit der Stadt Glückstadt ausgerichtet wurde, ins Leben gerufen. Daraus ist inzwischen eine stabile Gruppe von ehrenamtlichen Helfern geworden. „Wir treffen uns regelmäßig, meistens bei Katharina Schmidt im Rathaus, und haben bei unseren Treffen viele Ideen gesammelt, um die interkulturelle Kommunikation zu fördern. Die Organisation des Festes war eine davon“, erklärt Rabia Atasoy.

Neben den Flüchtlingsfamilien wurden auch Stadtvertreter und Glückstädter Bürger zu der Veranstaltung eingeladen. Unter anderem nutzte Bürgermeister Gerhard Blasberg die Gelegenheit, um mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Aus Sicht von Katharina Schmidt, die die Planungen begleitete und unterstützte, war das Fest ein voller Erfolg: „Das war ganz toll. Ich habe viele fröhliche Gesichter gesehen. Viele der Gäste haben sich bedankt und gesagt, dass sie sich gefreut haben, dass so ein Fest extra für sie organisiert wurde.“

Auch Mitorganisatorin Cristina Beth (33) zeigte sich mit der Veranstaltung vollauf zufrieden: „Ich habe das wirklich sehr gerne gemacht. Ich kenne ähnliche Aktionen aus Hamburg und freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, so etwas auch in Glückstadt auf die Beine zu stellen.“

Für eine „tolle Sache“ hielt auch Aysegül Erbil die Veranstaltung im Jugendzentrum. Die 29-jährige Einzelhandelskauffrau, die erst vor kurzem mit ihrer Familie nach Glückstadt gezogen ist, freute sich, dass sie bei den Vorbereitungen für das Sommerfest mitarbeiten konnte und will bei zukünftigen Aktionen wieder helfen. Katharina Schmidt ist sich sicher, dass es weitere Aktivitäten geben wird: „Konkrete Planungen gibt es noch nicht, aber viele Ideen.“

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