zur Navigation springen

Itzehoe : Flüchtlinge überwältigt vom ersten Schnee ihres Lebens

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für viele Flüchtlinge im Camp Prinovis war die weiße Pracht ein überwältigendes Überlebnis. Es fehlt aber noch an warmer Kleidung in der Notunterkunft.

von
erstellt am 22.Nov.2015 | 19:08 Uhr

Eine Pudelmütze auf dem Kopf – und ein breites Lächeln im Gesicht: Viel zu kalt angezogen, aber glücklich sah man gestern viele Flüchtlinge draußen auf dem Gelände des Camp Prinovis ausgelassen herumlaufen. Für viele war der erste Schnee ihres Lebens ein überwältigendes Erlebnis: „Es ist als wären wir wie neugeboren“, beschrieb Shayon seine Gefühle. Er floh aus dem Iran. „Aber hier bin ich in Sicherheit. Im Schnee konnten wir alle ausgelassen spielen und rumalbern“, sagte der 20-Jährige.

„Der Schnee hat die manchmal eher negative Stimmung im Camp verändert“, fand Majid (19) aus dem Iran, der zusammen mit seinem Cousin Mehdi (21) vor dem Terror geflohen war. Der Schnee ließ sie für einen Moment die Schrecken vergessen. Alle seien durch den Wintereinbruch verzaubert, so Mehdi. „Und ich hoffe, dass es weiße Weihnachten gibt.“

Die Johanniter-Sanitäter Christoph Frahm und Finn-Ole Speck waren überrascht wie groß die Begeisterung für die Flocken bei den Flüchtlingen ist. „Wir haben ein Foto vor dem Weihnachtsbaum gemacht. Auf einmal kamen immer mehr Menschen und wollten Fotos mit uns im Schnee“, erzählte Christoph Frahm. „Mit kleinen Bechern haben sie angefangen, Schnee zu einem Schneemann aufzutürmen“, sagte Finn-Ole Speck.

Trotz aller Freude über die weiße Pracht: Es fehlt nach wie vor an warmer Kleidung und Schuhen wie Camp-Leiter Lars Bessel betonte: „Wir benötigen Kleidung für Männer in den Größen S und M sowie Herrenschuhe (Größe 39 bis 43) und Bekleidung für Kinder.“ Schuhe können direkt im Camp abgegeben werden, Kleidung beim DRK.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen