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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 13:34 Uhr

Flüchtlinge: Brunsbüttel sagt Moin

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach nur drei Wochen Vorlauf: Benefizkonzert im Elbeforum steht / Einnahmen für Integrationsarbeit

„Moin Refugees“ – Brunsbütteler organisieren ein Benefizkonzert für Flüchtlinge, die in der Region rund um die Schleusenstadt Zuflucht vor Krieg, Verfolgung, Armut und Zerstörung gefunden haben. „Das Line-up steht zu fast 100 Prozent fest“, so Michael Behrendt, einer der Hauptorganisatoren. Gerade einmal drei Wochen hat es gedauert, das komplette generationsübergreifende Programm auf die Beine zu stellen. Namhafte Künstler stellen sich am 24. Oktober im Elbeforum in den Dienst der guten Sache wie die deutsch-britische Rockband „Lake“, die hanseatische Blues-Legende Abi Wallenstein , aber auch Nachwuchsmusiker wie der Husumer Rapper Beliaz, der Dithmarscher Schooljam-Finalist Pay Pandora aus Heide sowie Norman Keil, der nicht nur als Solokünstler unterwegs ist, sondern sich auch als Bandmitglied und Songwriter der Wingenfelders (früher: Fury in the Slaughterhouse) einen Namen gemacht hat. Eine prominente Überraschung könnte folgen, lässt Behrendt durchblicken. „Den Namen können wir leider noch nicht nennen, da wir uns diesbezüglich noch in Verhandlungsgesprächen befinden.“

Das geplante siebenstündige Konzertprogramm gibt es für eine Spende in Höhe von 25 Euro. Somit bezahlen die Besucher nicht einmal vier Euro pro Band. „Es ist wichtig, dass die Gäste wissen und dies auch so sehen, dass der Betrag für die Karte kein Eintrittsgeld ist, sondern wirklich eine Spende“, betont Jens Rusch. Die kompletten Einnahmen des Abends kommen unmittelbar den Kriegsflüchtlingen aus der Region zugute. So sollen mit den Spendengeldern unter anderem Sprachkurse der Volkshochschule finanziert werden, die ein wichtiger Bestandteil des Integrationsprozesses sind.

Gerade einmal drei Wochen liegt es zurück, dass der Brunsbütteler Künstler Jens Rusch auf Facebook seine Idee eines Benefizkonzerts für Kriegsflüchtlinge öffentlich teilte. Seine Idee der Hilfsbereitschaft verbreitet sich seither wie ein Virus – und das ist auch gut so, denn Hilfsbereitschaft sollte ansteckend sein, findet Rusch. „Zwei Stunden, nachdem ich meine Idee im Internet geäußert hatte, bekam ich bereits die Zusage des Elbeforums, dass wir die Räume für ein Benefizkonzert zur Verfügung gestellt bekommen. Hier finden bis zu 600 Gäste einen Platz.“

Doch das war erst der Anfang einer Solidaritätswelle, die über den Maler hereinbrach. Immer mehr Menschen, die den Eintrag im Internet gelesen hatten, boten ihre Unterstützung an, und das Projekt bekam eine schwungvolle Eigendynamik. „Ganz wichtig war es mir, Michael Behrendt und Dirk Passarge an meiner Seite zu wissen, denn die beiden bringen nach elf Jahren Wattolümpiade unglaubliche organisatorische Kompetenzen mit“, betont Rusch. Sie nahmen umgehend die Planungen auf. Mit Elke Schmidt-Wessel (VHS Brunsbüttel), Alt-Bürgermeister Wilfried Hansen (Bürgerstiftung Brunsbüttel), Andreas Wulff (Stadtwerke Brunsbüttel), Hans-Helmut Schramm (Schrammgroup), Rainer Keiemburg (Total), Dietrich Wienecke (Buchhandlung Schopf) und Bernd Brandt („Brunsbüttel hilft“) schlossen sich weitere Helfer an.

„Die Menschen haben so viel mitgemacht und sollten nach all den Strapazen, die sie erdulden mussten, einen Platz finden, an dem sie sich heimisch fühlen“, nennt Rainer Keiemburg seine persönlichen Beweggründe für sein Engagement. Begeistert von der Idee und dem Engagement des Brunsbütteler Werkleiters und seiner Mitstreiter zeigte sich selbst die Pariser Chefetage des Total-Konzerns. „Do it. Support it. I’m proud of it“, hieß es aus der Total-Firmenzentrale: „Mach es. Unterstütz das. Ich bin stolz darauf.“

„Für mich ist es das erste Mal, dass ich in dieser Form die Klinken für ein Sponsoring putze“, sagt Hans-Helmut Schramm. Der Chef der Schrammgroup, die unter anderem den Elbehafen betreibt, zeigte sich begeistert von der Solidarität seiner beruflichen Kontakte, die bereitwillig ihre Unterstützung für das Benefizkonzert zusagten.

Bei der Suche nach einem geeigneten Titel für die Veranstaltung gab es einige Ideen, doch keine war so griffig wie „Moin Refugees“. Rusch: „‚Moin‘ ist wohl eines der ersten Wörter, die die Flüchtlinge hören, wenn sie in Brunsbüttel ankommen. Es ist mehr als eine Grußformel, es ist ein Signal: Ihr seid willkommen hier.“

Ein Spendenkonto wird gerade eingerichtet. Desweiteren laufen die Vorbereitungen für den Vorverkauf.

>Mehr unter unter www.moinrefugees.de.

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