Zwei Euro Stundenlohn : Flüchtlinge als Schwarzarbeiter ausgebeutet - Bewährungsstrafe

Für zwei Euro pro Stunde arbeiteten Flüchtlinge als Tellerwäscher, als Schlafplatz bekamen sie ein Matratzenlager. Das Itzehoer Gericht verurteilt drei Männer wegen Ausbeutung.

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30. November 2016, 07:15 Uhr

Horst/Itzehoe | In einem Restaurant in der Gemeinde Horst im Kreis Steinburg sind Flüchtlinge einem Gerichtsurteil zufolge über Jahre als Schwarzarbeiter ausgebeutet worden. Das Amtsgericht Itzehoe verurteilte die beiden Betreiber der Gaststätte zu Bewährungsstrafen. Ein Cousin der Brüder muss für seine Hilfe eine Geldstrafe zahlen.

Das Trio habe „die Situation von Flüchtlingen ausgenutzt (...), um sich an ihnen finanziell zu bereichern“, begründete der Amtsrichter die Entscheidung. Das Urteil wegen gewerbsmäßigen Menschenhandels zur Ausbeutung der Arbeitskraft erging bereits Ende September und wurde jetzt nach Angaben eines Gerichtssprechers rechtskräftig.

Der Stundenlohn als Tellerwäscher betrug für die Flüchtlinge den Angaben zufolge teilweise nur zwei Euro. Bezahlte Pausen, Urlaub oder eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gab es für sie nicht. Nach langen Arbeitstagen von bis zu zehn Stunden stand den Küchenkräften demnach nur ein Matratzenlager zur Verfügung, etwa in Nebenräumen des Restaurants oder einem stillgelegten Hotel. Die „Miete“ für diese Unterkünfte wurde den Flüchtlingen von ihrem Lohn abgezogen, hieß es.

Mehr als 53.000 Euro Gewinn brachten den Brüdern ihre kriminellen Machenschaften ein, wie das Gericht errechnete. Dieses Geld wurde eingezogen.

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