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Ehrenamt : Flüchtlinge als größte Herausforderung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rotes Kreuz in Wilster zieht Bilanz eines ereignisreichen Jahres / Viel Sozialarbeit / Bereitschaft leistet 6171 Einsatzstunden

Die Arbeit für Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Iran und Afrika, die vor Krieg und Verfolgung flohen, stellte die ehrenamtlichen und freiwilligen Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im vergangenen Jahr immer wieder vor neue Aufgaben. „Nur mit Hilfe guter Ehrenamtler konnte dieser Aufgabenbereich bewältigt werden“, sagte die Vorsitzende des Ortsvereins, Karin Lindemann, und sprach allen Beteiligten auf der Hauptversammlung in der Cafeteria des Seniorenzentrums ihren Dank aus.

Nach einem Aufruf in unserer Zeitung, in dem um Sachspenden für die Flüchtlinge gebeten worden war, hätten die Telefone nicht mehr stillgestanden. „Viele Menschen in Wilster und der Wilstermarsch wollten spenden und helfen“, sagte Karin Lindemann. Innerhalb von zwei Stunden seien am 21. September Unmengen von Kleidung, Spielzeug, Toilettenartikeln, Taschen, Koffern und anderes mehr in der DRK-Halle am Bahndamm abgeliefert worden.

Der Höhepunkt wurde zum Abschluss des Flohmarktes am 26. September erreicht, als Flohmarkthändler ihre nicht verkauften Kleidungsstücke beim DRK ablieferten. „Ich traute meinen Augen nicht: zirka 60 Kubikmeter Kleidungsstücke lagen in der Halle“, erinnerte sich die Vorsitzende. Sie dankte Olaf Reese, der ebenfalls ein Herz für Flüchtlinge zeigte und beim Verkauf einer neuen Winterjacke die alte für zehn Euro in Zahlung nahm. So seien viele Jacken zusammengekommen, die vom DRK sofort ins Aufnahmelager nach Glückstadt gebracht wurden. Hier landeten auch die Ladenregale, die Edeka-Kaufmann Ralf Maron beim Umbau seines Ladens vom DRK abholen ließ.

In ihrem Jahresbericht appellierte Karin Lindemann vor allem an junge Menschen, sich dem DRK anzuschließen und mitzuarbeiten. Zurzeit gehören dem Ortsverein 338 Mitglieder an. „Ehrenamt macht Spaß und bringt Zufriedenheit“, sagte die Vorsitzende.

Sie berichtete über den Helferkreis, die Begegnungsstätte in der Deichstraße 58, die Demenz- und die Yoga-Gruppe, das Frauenfrühstück, die Seniorennachmittage und die Blutspendedienste mit 140 Spendern. Im DRK-Secondhand in der Gemeinschaftsschule unter der Leitung von Ramona Eggers konnten im vergangenen Jahr 100 Stück Herren-, 300 Stück Damen- und 300 Stück Kinderbekleidung sowie Schuhe, Bett- und Tischwäsche in 144 ehrenamtlich geleisteten Stunden abgegeben werden.

Bei den Senioren sind die Kaffee- und Bingonachmittage sowie Ausflüge äußerst beliebt. An jedem Donnerstag steht ein Bingonachmittag im Seniorenzentrum auf dem Programm. In diesem Jahr gehen die Halbtagsausflüge am 25. Mai nach Hamburg und am 31. August Richtung Lüneburg. In Planung sei ein Tagesausflug mit Besuch eines Weihnachtsmarktes am 9. Dezember.

Ergänzend berichteten Renate Sievers über die Wassergymnastik in acht Gruppen mit Teilnehmern von 40 bis 86 Jahren, Sybille Groth über das Frauenfrühstück mit 17 bis 24 Teilnehmerinnen und den Seniorenkreis mit neun Treffen und insgesamt 278 Besuchern.

Sabrina Looft stellte die Arbeit des Jugendrotkreuzes (JRK) in Zusammenarbeit mit dem Schulsanitätsdienst der Gemeinschaftsschule sowie den Einsatz für eine Erste-Hilfe-AG an der Grundschule vor.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes leisten eine bewundernswerte Arbeit“, stellte Bürgermeister Walter Schulz fest, als er die Grüße der Ratsversammlung und der Verwaltung überbrachte. Es sei im Gesamtsystem der Wohlfahrtspflege und des Rettungswesens längst unverzichtbar.

Besonders hob Schulz die Kranken- und Altenpflege, die Blutspendetermine sowie die Angebote für Flüchtlinge hervor. Auch er appellierte: „Das Rote Kreuz braucht Menschen, die bereit sind, sich in ihrem Beruf oder in ihrer Freizeit für andere zu engagieren – die bereit sind, eine verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen.“ Eindringlich bestätigte er: „Wir alle brauchen Bürgerinnen und Bürger, die Gemeinsinn beweisen.“

Kassenführerin Ingrid Mausolf legte die durchweg positive Finanzentwicklung offen, so dass dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt wurde. Auch der Haushaltsplan 2016 wurde von der Versammlung zustimmend zur Kenntnis genommen.

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