Dramatische Schilderung : Flucht in einer Nussschale

Familien-Oberhaupt Toryalay Amini berichtete von einer gefährlichen Flucht.
Familien-Oberhaupt Toryalay Amini berichtete von einer gefährlichen Flucht.

Vor drei Monaten kam die fünfköpfige Familie Amini in Kellinghusen an.

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17. Dezember 2015, 13:20 Uhr

Mit dem ersten Bus aus Neumünster kam die fünfköpfige Familie Amini vor rund drei Monaten im Liliencron-Camp an. Familien-Oberhaupt Toryalay Amini berichtete jetzt in der voll besetzten Wiesengrundhalle am Mikrofon von seinen Erfahrungen auf der Flucht und in Deutschland.

Seit 35 Jahren herrscht Krieg in Afghanistan. Für die Familie spitzte sich die Lage zu, als Taliban und Al Kaida Aminis Lehrtätigkeit an der Uni einschränkten und die Ehefrau wegen ihrer Frauenarbeit mit dem Tod bedrohten. Die Eltern und drei Kinder machten sich auf den Weg – in einer acht Meter langen Nussschale. Es folgten die Rettung auf offener See und Fußmärsche durch Balkanländer sowie die Fahrt in einem Lkw bis an die österreichische Grenze. In bewegenden Worten dankte Amini Deutschland, dem DRK und der Polizei im Camp für die freundliche Aufnahme. Den dortigen Einsatzkräften stand er als Gegenleistung rund um die Uhr als Dolmetscher zur Verfügung. Ein glückliches Ende fand die Flucht jetzt in den eigenen vier Wänden in Itzehoe. Dort will Amini schnell die deutsche Sprache lernen und einen Job finden – denn die meisten Flüchtlinge wollten einen Beitrag zur Wirtschaft des Landes leisten.

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