Trubel : Flohmarkttrubel und 100-Jahr-Feier

Verkauften  im Schichtdienst Flohmarktartikel für den guten Zweck: Mitglieder der   Gruppe    „Alte Schachteln“.
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Verkauften im Schichtdienst Flohmarktartikel für den guten Zweck: Mitglieder der Gruppe „Alte Schachteln“.

Zwei Großveranstaltungen lockten tausende Besucher in die Brunsbütteler Innenstadt und ins Total Bitumenwerk.

shz.de von
16. Juni 2014, 17:00 Uhr

Gleich zwei Großveranstaltungen lockten am Sonnabend tausende Besucher in die Schleusenstadt. Neben dem traditionellen Westküstenflohmarkt mit über 450 Verkaufsständen überwiegend privater Anbieter hatte das Brunsbütteler Total Bitumenwerk zur Feier des 100-jährigen Bestehen des Standortes auf das mit vielen Attraktionen gespickte Firmengelände eingeladen.

Handeln und feilschen hieß es in altbekannter Manier auf dem vom Verein für Handel, Gewerbe und Industrie initiierten Trödelmarkt. Bereits in den frühen Morgenstunden erschienen neben den ersten Standbetreibern auch die Schnäppchenjäger. Entlang der Koogstraße, Schleusenstraße, Kreystraße sowie auf dem Marktplatz und Rathausplatz pulsierte von morgens bis in den späten Nachmittag hinein das bunte Flohmarkttreiben. „Es gibt keine freien Plätze mehr“, freuten sich die Organisatoren über die vielen Teilnehmer. Verkauft wurde nicht nur, um die eigene Haushalts- oder Urlaubskasse zu füllen, sondern wie im Fall der „Alten Schachteln“, einer Gruppe von elf Frauen aus Steinburg und Dithmarschen, auch für einen guten Zweck. „Jeder von uns hat einige Sachen mitgebracht, die wir hier gemeinsam verkaufen. Mit den Einnahmen möchten wir Chris Calm und seine Familie unterstützen“, so Rike Bonn aus St. Margarethen. Der verunglückte Sportlehrer und Fußballer des ETSV Fortuna Glückstadt ist seit einem schweren Autounfall am 6. April querschnittsgelähmt und kämpft sich in Begleitung seiner Familie und Freunden zurück ins Leben (wir berichteten). Neben den Verkaufständen sorgten DJs und Musiker für ein musikalisches Rahmenprogramm. An der Braake nutzten Mitglieder des Modellbauclub Brunsbüttel die Veranstaltung, um zahlreichen Schaulustigen den Verein und ihr Hobby vorzustellen.

„Uns war es ein großes Anliegen, unsere Jubiläumsveranstaltung nicht als Konkurrenzveranstaltung aufzuziehen, sondern als eine Art Erweiterung des traditionellen Westküstenflohmarktes im Stadtzentrum“, sagte Rainer Keiemburg, Geschäftsführer des Brunsbütteler Total-Bitumenwerk. Daher wurden eigens für diesen Tag, kostenfreie Shuttlebusse eingesetzt, die die Besucher im Zehnminutentakt zwischen den beiden Veranstaltungsorten hin und her beförderten. Unzählige Flohmarktbesucher kamen somit neben den 130 festen Mitarbeitern des Industrieunternehmens und deren Familien der Einladung des Total Bitumenwerkes nach. Insbesondere den jungen Gästen wurde einiges geboten. Ein riesen Trampolin, Hüpfburgen, Bullriding und weitere spannende wie unterhaltsame Angebote luden zum kostenfreien Amüsieren ein. Werksrundfahrten und die Besichtigung des 100 Meter langen und zehn Meter breiten Binnentankers Blankenrode sowie des Formel 1 Renners aus dem Red Bull-Rennstall, in dem bereits Sebastian Vettel seine Runden drehte, erweiterten gefächerte Familienprogramm.

Die Bedeutung des 100 Jahre alten Bitumenwerks für die Stadt Brunsbüttel und die gesamte Region hoben Telsche Ott, Geschäftsführerin der IHK in Heide, sowie Bürgermeister Stefan Mohrdieck und Bürgervorsteherin Karin Süfke im Rahmen einer Festansprache hervor. Neben einer Ehrenurkunde der IHK Flensburg nahm der Geschäftsführer des Total Bitumenwerks Rainer Keiemburg, einen Wimpel sowie eine Fahne mit dem offiziellen Wappen der Schleusenstadt als Jubiläumsgeschenke entgegen. „Wir möchten damit einwenig die enge Verbundenheit zwischen der Stadt Brunsbüttel und dem hiesigen Total Bitumenwerk zum Ausdruck bringen“, unterstrich Mohrdieck.

Mit einem fulminanten Open-Air-Konzert der Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder, ehemalige Köpfe von „Fury in the Slaughterhouse“, fand die 100 Jahrfeier des Total Bitumenwerkes Brunsbüttel am Sonnabend einen glänzenden Abschluss. Mehrere Tausend Besucher erlebten eine spielfreudige Band auf der Bühne am Kanalufer. Lieder aus der guten, alten Fury-Ära vereinten sich mit überwiegend deutschsprachigen Songs aus dem Debütalbum „Besser zu zweit“, dem zweiten Studioalbum „Selbstauslöser“ und ganz neuen Werken zu einer fast dreistündigen Setlist.

Die beiden Musiker, die vier Instrumentalisten zur Verstärkung mitgebracht hatten, machten keinen Hehl daraus, dass eine ganz besondere Verbindung zwischen ihnen und der Schleusenstadt besteht. Auftritte auf dem Wattstock-Festival und über den Förderverein für Kulturarbeit Lyra in der Galerie Rusch sind in den Erinnerungen der Künstler verwurzelt. „Wir kommen immer wieder gerne hier her.“ Zu vielen Liedern lieferten die Künstler auf äußerst humorvolle Weise die Entstehungsgeschichten gleich mit. Ebenfalls wurde erläutert, dass ihre neuen Lieder überwiegend deutschsprachig sind, um sich von der Fury-Ära abzugrenzen. Kai Wingenfelder lüftete zum Ende des Konzert ein bis dahin noch gut gehütetes Geheimnis. Am 6. Juli werden die Wingenfelder auf der 10. Wattolümpiade spielen und somit gemeinsam mit Björn Paulsen und seiner Band das Musikprogramm bilden.

Vor dem Konzert begrüßte Geschäftsführer Rainer Keiemburg nicht nur das Publikum, sondern mit Ministerpräsident Torsten Albig und den Geschäftsführer der Total Deutschland, Hans-Christian Gützkow auch zwei Ehrengäste.

In ihren Grußworten unterstrichen diese deutlich den Stellenwert, den das Unternehmen nicht nur in der Region hat, sondern europaweit. Auch wiesen sie auf die Wichtigkeit einer guten Infrastruktur hin, dazu zählt auch der Bau der 5. Schleusenkammer.


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