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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 09:20 Uhr

Fleth ist ein Sanierungsfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Weil das Holz verrottet: Stadt müsste in den kommenden Jahren 1,5 Millionen Euro investieren / Politiker wählen erst einmal kleine Lösung

Lange wurde über den Bau des Flethes diskutiert und mit viel Stolz wurde er in den 80er Jahren wieder eröffnet. Gebaut wurde mit einem damals langlebigem Holz. Balken an den Rändern sollten zum Sitzen einladen. Tun sie aber nicht, weil sie vermost sind. Und mittlerweile rottet auch das langlebige Holz.

Eigentlich müsste am Bauwerk des Flethes einiges saniert werden. Die Kosten von 1,5 Millionen Euro wollten die Politiker im Bauausschuss dann doch nicht eingehender diskutieren. Die Summe schien ihnen angesichts der leeren Stadtkassen zu hoch. „Es nagt der Zahn der Zeit“, sagte Ausschussvorsitzender Sven Wiegmann und gab unumwunden zu: „Es hat mich schockiert, dass wir 2800 Euro für fünf Meter Holz ausgeben sollen.“

Zirka 800 000 Euro müssten für den Umbau der Bongossibohlenwand bezahlt werden. Hinzu kommen zirka 500 000 Euro für den Neubau von fünf Holzbrücken und rund 200 000 Euro für Pflasterarbeiten, Sitzmöbel und anderes. Bauamtsleiter Lüder Busch verwies auf seinen zuständigen Mitarbeiter Hauke Reimers, der ihm die Lage erklärt hatte. Der Fleth müsste innerhalb der kommenden zehn Jahre saniert werden.

Die Stadtvertretung hatte bereits im April als Ergebnis der Vorbereitenden Untersuchung (VU) für den Stadtkern Maßnahmen und Prioritäten beschlossen werden. Dazu gehört die „Neugestaltung und Aufwertung des Bereichs beiderseits des Fleth“. Konkret heißt es, dass zusätzliche Sitzmöglichkeiten aufgebaut werden und es einen „barrierearmen Zugang über die Brücken durch Absenkung der Bordsteine und Einbau eines rutschfesten Bodenbelags“ geben soll.

Was vielen im April nicht klar war: Dass Bauwerk Fleth leidet unter „ersten Alterungserscheinungen in einzelnen Bauteilen“ , so die Verwaltung. So ist der Holm über der Bongossibohlenwand teilweise schadhaft und musste in einem Fall bereits ausgewechselt werden. Und ein fünf Meter langer Holm kostete allein schon 2800 Euro. Diese hohen Kosten führten jetzt bei der Verwaltung zum Vorschlag, Fördermittel zu beantragen. Da reine Instandsetzungsmaßnahmen nicht förderungsfähig sind, müsste eine Umgestaltung stattfinden. Die wäre aus Sicht des Bauamtsmitarbeiters sinnvoll. Denn die ursprüngliche Idee, wonach der Holm über der Bongossibohlenwand als Sitzgelegenheit dienen sollte, hat sich nicht bewährt.

Die Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro würden deutlich machen, dass eine Gesamtmaßnahme aus bereits bewilligten Städtebauförderungsmitteln nicht finanzierbar ist. Es müssten also zusätzliche Mittel beantragt und entsprechende Eigenmittel bereitgestellt werden. Andererseits sei kein Geld dafür im Haushalt vorhanden.

Die Politiker standen nach den Ausführungen von Lüder Busch vor der Frage: „Kleine Lösung oder große.“

Denn bei der Diskussion ging es auch darum barrierefrei zu gestalten. Deshalb stand der Einwurf von Wolfgang Engemann, mit einem Hochdruckreiniger die Balken zu säubern, nicht zur Debatte. Die Balken würden sich nicht zum Hinsetzen für ältere Menschen eignen, so Busch. Auch den Vorwurf von Walter Alpen, dass Holz sei nicht genügend gepflegt worden, wies Busch von sich. „Hier verrottet nichts wegen schlechter Pflege. Hier geht es um die Lebensdauer von Holz.“

Letztlich wurde er beauftragt, mit einer „kleinen Lösung“ zu planen. Diese beinhaltet neue Sitzmöbel am Fleth, und dass der Gehweg barrierefrei umgestaltet wird. Liegen Zahlen vor, wird der Bauausschuss erneut darüber beraten.

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erstellt am 11.Okt.2015 | 15:44 Uhr

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