Bürger machen mobil : Flashmob für Famila-Markt

Der Famila-Verbrauchermarkt in Itzehoe soll geschlossen werden – doch es regt sich Widerstand.
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Der Famila-Verbrauchermarkt in Itzehoe soll geschlossen werden – doch es regt sich Widerstand.

Die Kunden wollen öffentlich gegen Schließung des Famila-Markts demonstrieren – und hinter den Kulissen soll es intensive Verhandlungen geben.

shz.de von
03. Juli 2018, 05:06 Uhr

„Ich war schon Kunde dort, als der Markt noch ‚Magnet‘ hieß“, sagt Edmund Wegner. Der Itzehoer möchte den Verbrauchermarkt Famila vor dem Delftor gerne behalten. Gemeinsam mit anderen Kunden will Wegner deshalb gegen die geplante Schließung im Herbst protestieren. Am Sonnabend soll eine Menschenkette zeigen, wie viele Kunden bereit sind, für den Erhalt des Marktes einzutreten.

3000 Menschen haben sich bereits nach Bekanntwerden der Schließungspläne an einer Unterschriftenaktion im Markt beteiligt. „Wenn davon nur zehn Prozent kämen, hätten wir 300 Teilnehmer – plus denjenigen, die spontan mitmachen“, rechnet Anja Barbas vor. Die Itzehoerin ist Initiatorin eines „Runden Tisches für Famila“. Mit Flyern und im Internet werben dessen Mitglieder für die Teilnahme an der Flashmob-Aktion, die am 7. Juli um 10 Uhr starten soll. Die Idee stammt von der Münsterdorferin Annette Küpper und Gastwirt Irfan Yesil, in dessen Lauschbar sich der Runde Tisch trifft. „Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass der Markt schließt und wollen unsere Solidarität mit den Mitarbeitern bezeugen“, sagt Barbas.

Die Demonstration könnte zum richtigen Zeitpunkt kommen, denn noch scheint das letzte Wort zwischen Marktbetreiber Famila und Gebäudeeigentümer Pergamon nicht gesprochen zu sein. Hintergrund für die Schließungspläne ist, dass sich beide bisher nicht über die Höhe der künftigen Miete einigen konnten. Es wird aber noch verhandelt. „Wir sind weiterhin in intensiven Gesprächen und suchen nach Lösungen mit dem Vermieter, um die drohende Schließung doch noch abwenden zu können“, sagt Famila-Geschäftsführer Christian Lahrtz auf Nachfrage.

Eine „gemeinsame Lösung“ sei immer noch möglich, sagt auch Jens Förster von der Pergamon-Verwaltungsgesellschaft. „Wir sind weiterhin in intensiven Verhandlungen mit Famila, um einen Verbleib zu ermöglichen.“ Als Eigentümer und Vermieter sei Pergamon ebenso an einer dauerhaften Vermietung des Marktes interessiert wie Kunden und Mitarbeiter. Die „wirtschaftliche Betrachtung“ dürfe aber nicht außer Acht gelassen werden. „Wir haben in der Vergangenheit aus unserer Sicht alles unternommen, um einen Verbleib von Famila auf dem Gelände zu ermöglichen“, sagt Förster, der betont, die Kündigung des Mietvertrages sei von Famila ausgesprochen worden.

Sollte es nicht doch noch eine Einigung geben, werde Pergamon „alles unternehmen, um eine sinnvolle Anschlusslösung zu finden“. Sein Unternehmen habe dazu seit der Kündigung von Famila „Kontakt zu anderen Betreibern von Verbrauchermärkten aufgenommen, um für die Zukunft bestens vorbereitet zu sein“.

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