Flaschenpost in der Isar: Antwort nach 25 Jahren

Post von der Finderin: Wilfried Jürgens mit dem Brief, den er vor 25 Jahren einwarf - und der Antwort.
Post von der Finderin: Wilfried Jürgens mit dem Brief, den er vor 25 Jahren einwarf - und der Antwort.

Wilfried Jürgens warf die Flasche im Urlaub in Bad Tölz ein

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29. Oktober 2011, 07:06 Uhr

St. Michaelisdonn | "Mit der Antwort habe ich nicht mehr gerechnet." Schmunzelnd hält Wilfried Jürgens den Brief einer jungen Frau in der Hand - die Antwort auf eine Flaschenpost, die der 89-Jährige vor fast 25 Jahren in die Isar geworfen hat.

"Das war im Juli 1987, als wir Urlaub in Bad Tölz gemacht haben", berichtet der St. Michler. "Ich habe damit gerechnet, dass die Flasche von der Isar in die Donau schwimmen und bis nach Wien oder Ungarn gelangen würde." Dieser Wunsch wurde zwar nicht erfüllt. Doch es war immerhin eine Ungarin, die nun die Flaschenpost fand. Mariann Szalay entdeckte die Flasche in München, wo die junge Frau ein Jahr lang tätig war.

Derzeit arbeitet die 25-Jährige in England in der Nähe von London. Von dort aus hat sie Wilfried Jürgens nun auch geschrieben und ihm seinen Brief, den er vor einem viertel Jahrhundert per Flaschenpost aufgab, wieder zurück geschickt. Das Schriftstück war nahezu unversehrt und gut lesbar.

Die Finderin stellte fest, dass sie in etwa genauso alt ist wie die Flaschenpost. Der Brief aus England hatte etwa eine Woche gebraucht. Das lag wohl auch daran, dass er noch mit der alten Postleitzahl 2220 für St. Michaelisdonn ver sehen war.

"Ich werde der jungen Frau jetzt antworten und sie auch zu mir einladen", sagt der 89-Jährige. Sohn Holger Jürgens unterstützt den Vater bei seinem Vorhaben. Auch für ihn grenzt es an ein Wunder, dass die Flaschenpost jetzt noch gefunden wurde.

In Bad Tölz hat Wilfried Jürgens rund 30 Jahre lang regelmäßig Urlaub gemacht, zuerst mit der ganzen Familie, dann nur noch mit der Ehefrau. "Die Isar ist im Sommer nur ein kleiner Rinnsal, die Flasche wurde irgendwo fest gesessen haben", vermutet er. Zurückgelegt hat die Post bis zu ihrem jetzigen Fundort nur 50 bis 60 Kilometer. Jürgens brennt darauf, mehr über den Fundort zu erfahren. "Ich bin gespannt darauf, ob die junge Frau meine Einladung annehmen wird."

Eine Flaschenpost aufzugeben war für Wilfried Jürgens damals eine fixe Idee. "Mal in der Nordsee oder der Elbe, aber auch in Flüssen, wie der Isar", blickt der 89-Jährige zurück und bedauert: "Antwort habe ich nie bekommen." Bis jetzt.

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