Chronik : Fitzbek – ein Dorf im Wandel der Zeit

Freut sich über die handsignierten Bücher: Carsten Molt (l.) mit Julian Freche.
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Freut sich über die handsignierten Bücher: Carsten Molt (l.) mit Julian Freche.

Die Gemeinde Gemeinde präsentierte ihre neue Chronik. Einwohner unterstützten Mitarbeiter der Christian-Albrechts-Universität bei Recherche und beim Schreiben

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01. Januar 2017, 16:25 Uhr

Vor acht Jahren begann die Arbeit, jetzt ist die Chronik der Gemeinde Fitzbek fertig. „Seit langer Zeit war es der Wunsch, eine Chronik zu erstellen“, betonte Bürgermeister Axel Peters bei der Vorstellung des 300 Seiten dicken Buches. Herausgeber ist Prof. Dr. Oliver Auge, Inhaber des Lehrstuhls für schleswig-holsteinische Regionalgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel. Auch Fitzbeker Bürger, die Lust auf Geschichte und Geschichten hatten, haben daran mitgearbeitet. „Eine Menge Wasser ist die Stör herunter geflossen“ und „auch die Puste ging mal aus“, berichtete Oliver Auge. „Mit diesem Produkt können wir jedoch mehr als zufrieden sein.“

Erste Ideen zur Chronik „Fitzbek in Holstein – Geschichte eines Dorfes im Wandel der Zeit,“ wurden im Dezember 2008 zusammengetragen. Am 13. Februar 2009 gründete sich dann eine 15-köpfige Chronik-Gruppe. Im Mai des Jahres waren noch zehn Personen aktiv mit der Chronik befasst, für die anderen gestaltete sich der Einsatz als zu zeitintensiv. Rundbriefe in der Gemeinde und ein Aufruf auf der Homepage sorgten schnell für breit gefächertes Interesse sowie für 1000 eingesandte Bilder, die gesichtet und namentlich erfasst werden mussten. 2012 war sich auch der Rest des Teams einig, dass Unterstützung nötig war. Zu der Zeit hatte der Nachbarort Brokstedt seine Chronik fast fertig. Klaus-Dieter Westphahl, Archivar der Gemeinde Brokstedt, empfahl den Fitzbekern, Kontakt zu Oliver Auge von der Kieler Universität aufzunehmen. Ein paar Monate später kam der Vertrag zwischen der CAU und Fitzbek zustande. „Wir waren froh, dass uns da was abgenommen wurde“, sagte Axel Peters.

Der erfahrene Regionalhistoriker Julian Freche wurde alleinverantwortlicher Autor. Hinzu kam das Chronikteam mit Axel Peters, Markus Sievers, Matthias Balcke, Britta Dassau, Anke Ratjen, Marina Ratjen und Klaus Jäger. Für ihre Mitwirkung gab es ein großes Lob. „Wir sind fähig, für Sie zu schreiben und Sie sind fähig, für uns zu schreiben“, erklärte Auge. Dass dann alles harmonisch zusammen passte, dafür musste Julian Freche sorgen. Er berichtete auf der Buchpräsentation, wie schwer es gewesen sei, Fitzbek in ein Entstehungsjahr einzuordnen. Es seien zwar vier Urnen gefunden worden, aber es gäbe keine Informationen über das Aussehen. Auch las er bei seinen Recherchen über einen Beilkopf, doch dieses Teil war nicht aufzufinden. Schließlich sei er auf eine erste schriftliche, sichere Erwähnung über „Vitzebeke“ aus dem Jahr 1412 gestoßen. Freche geht aber davon aus, dass die Ortschaft lange vor 1412 existierte.

Der Autor weist in der Chronik auch auf Zusammenhänge Fitzbeks mit dem Kloster Itzehoe und der Herrschaft Breitenburg hin. Ebenso auf die Besonderheit, warum es eine Schule gab, was für „einen Ort wie Fitzbek sehr ungewöhnlich war“. Zu den weiteren Schwerpunkten gehören die Landwirtschaft, Gewerbe und Politik, wie beispielsweise die Volkszählungsergebnisse von 1803. Von dem Fitzbeker Markus Sievers ist unter anderem ein Bericht über die Schneekatastrophe von 1978/79 zu lesen. Elsabe Schnoor hat über den Theaterclub Fitzbek geschrieben, und Inge Jürgens hat über den Landfrauenverein Sarlhusen und Umgebung berichtet. Neben Feuerwehr- und Fitzbeklied hat sich auch Peter Christian Reinhard mit dem Brückenlied verewigt.

„Fitzbek ist ein besonders schöner Fleck dieser Erde“, betonte Martina Ratjen vom Chronikteam. Sie berichtete über spannende Geschichten, die die Gemeinde über Fitzbek.de erreicht hatten. Ehemalige Bewohner des Ortes teilten im Online-Gästebuch mit, wo sie jetzt wohnten und dass sie sich auch nach Jahren noch mit der Heimatgemeinde verbunden fühlten. So schrieb der 90-jährige Gunter Schmenkel, der seit 1955 in Amerika lebt, dass „viele schöne Erinnerungen geblieben sind, obwohl die Zeiten schwer waren“. Seine Frau, Flüchtling aus Posen, habe er in Kellinghusen geheiratet.

Dass die Chronik heiß ersehnt war, beweist auch die Vorbestellung von 150 Büchern innerhalb von nur zwei Wochen. Stefan Eick vom Solvagius Verlag präsentierte zusammen mit seinem Mitarbeiter Thore Freihube (Lektorat und Redaktion) die Chronik und überreichte das erste Exemplar an Bürgermeister Axel Peters. Dieser bedankte sich, löste aber sogleich ein Versprechen an den ehemaligen Wehrführer Detlef Molt ein. Dem wurde die erste Ausgabe zum Abschied als Wehrführer versprochen. Peters übergab dieses erste Exemplar dann an die Mutter von Detlef Molt. Für Auflockerung sorgten die Jagdhornbläser Störtalrotte (im Buch von Klaus Jäger beschrieben) und ein Sketch vom Theaterclub Fitzbek über die Bedienung eines Laptops, vorgetragen von Gaby Dieckmann und Silke Siebrandt.

>Fitzbek in Holstein – Geschichte eines Dorfes im Wandel der Zeit, 34,95 Euro,
ISBN: 978-3-943025-39-2





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